Couture Clash

by DIVA Redaktion

Nicht nur im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt -auch die Mode hält sich nicht mehr an die Gesetze des guten Geschmacks. Warum Juicy plötzlich im wahrsten Sinne des Wortes Couture ist und Eurotrash seine Wiederauferstehung feiert.

 

Seltsam -normalerweise funktioniert mein hauseigener Verdrängungsmechanismus ausgesprochen gut: Backstreet Boys, Victoria und David Beckham im Leder-Partnerlook und die erschreckende Tatsache, dass ich in meiner wilden Jugend tatsächlich Logo-Shirts unter offenen Hemden getragen haben soll

All das klingt über ein gutes Jahrzehnt später schon beinahe surreal und ist ob mangelnder Fotobeweise (danke, Google, für die Möglichkeit des endgültigen Entfernens bzw
. der Reinwaschung) quasi non-existent.

Mein Glück, aber über manch andere Dinge lässt sich nicht ganz so einfach der Schleier des Vergessens legen – und das, obwohl es in beiden Fällen um die geschmacklichen Verwirrungen zweier Jungen aus der 90er-Jahre-Generation geht.

Die heiligen Hallen der Haute Couture

In Ermangelung weltweiter Relevanz wollen wir uns an dieser Stelle nicht mir, sondern Vetements-Designer Demna Gvasalia widmen. Eines vorweg: Nach gut vier Saisonen bin auch ich geläutert und finde zwar immer noch vieles verzichtbar, aber alles irgendwie berechtigt. Als Enfant terrible hat er ohnehin die Freikarte gezogen. Und doch gibt es die eine feine Grenze: die Haute Couture. Denn bei der heiligen Couture geht es ja bekanntlich nicht um Trends, sondern um das Handwerk dahinter.

Umso größer die Verwunderung, als bekannt wurde, dass Vetements ausgerechnet in diesem ehrwürdigen Rahmen einen Gastauftritt bekommt. Mal abgesehen von der Location -die Galeries Lafayette, selbst unter japanischen Touristen nicht mehr der »Place to be« in Paris -war auch das auf dem Laufsteg Gezeigte mehr ein Abspulen von Kooperationen denn eine originelle Einzelarbeit. Tatsächlich ist es durchaus üblich, dass Designer (z

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. B
. Marc Jacobs) auch ab und an ein anderes Label (konkret: Canada Goose) unter die eigene Laufstegkollektion mischen -vereinzelt und aus Stylinggründen wohlgemerkt. Vetements allerdings hat mit geschlagenen 18 Partnern alles, was seit Ende der 90erund Anfang der Nuller-Jahre verpöhnt ist, aus der Versenkung auferstehen lassen: Dr
. Martens, Carhartt-Baggyhosen und den guten alten Nickistoff-Jogger von Juicy Couture. Kaum vorstellbar, aber in seiner neuen Version noch unvorteilhafter. Nämlich als Ganzkörper-Pelle inklusive prominentem Strassstein-Logo.

 

Der Kunst ihre Freiheit!

Totgesagte leben scheinbar wirklich länger und natürlich gilt: Der Kunst ihre Freiheit! Deshalb ist es nicht etwa der stilistische Fauxpas, der hier das sanfte Gemüt erhitzt! Eurotrash ist neuerdings der geilste Scheiß -ist notiert und wird sofort an das Management von Paris Hilton weitergeleitet. Aber wo genau liegt bitte schön die hohe Schneiderkunst bei einem banalen Jogginganzug? Seit wann arbeiten die altehrwürdigen Ateliers plötzlich mit Heißklebepistole? Und, hätte ich einen ähnlichen Karriereweg einschlagen können, wenn ich im Kindergarten nur ein wenig mehr Begeisterung in der Bastelstunde gezeigt hätte?

Fragen über Fragen, bleibt nur noch die wichtigste: Wie bekommt man die mühsamst gelöschten Bilder eigentlich wieder aus den Untiefen den Internets?

Unterschrift-christoph-steiner

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