Stil-Ikonen: Eine Hommage

by divaonline-admin

Von Irene Castle bis FKA Twigs – Frauen, die dank ihres Geschmacks nicht nur die Mode, sondern auch unsere Gesellschaft nachhaltig geprägt haben, sind zeitlose Schönheiten
. Eine Hommage.

Blanker Protest

Was bleibt am Ende: Vermeintlich wenig und doch, in Modefragen, so überraschend viel. Freilich, nicht jeder Trend, den wir aktuell feiern, hält auch in die Geschichtsbücher Einzug, dafür aber so manche Stilikone, die nicht nur durch ihre Art, sich zu kleiden, sondern auch durch ihr Handeln eine Vorreiterrolle übernommen hat und auch noch lange nach ihrem letzten Styling unser Empfinden für guten Geschmack prägt.

Bei einer eingehenden Spurenlese trennt sich sprichwörtlich die Spreu schnell vom Weizen, denn wir sprechen hier nicht von Monroe & Co: Frauen wie Grace Kelly, Audrey Hepburn und wie sie nicht alle hießen, haben den Zeitgeist ihrer Ära zweifellos unvergleichlich eingefangen und präsentiert – die Pionierarbeit haben aber andere für sie geleistet. Etwa Tänzerin Irene Castle (1893–1969), die schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts – lange vor Marlene Dietrich – der sportlichen Kurzhaarfrisur anstelle gelegter Locken den Vorzug gab. Oder Josephine Baker (1906–1975), die wohl nicht zuletzt dank ihrer exzentrischen, oftmals freizügigen Art, sich zu kleiden, als erste Schwarze einerseits in die Pariser Hautevolee aufstieg und sich zeitgleich ein temporäres Auftrittsverbot in Wien einhandelte.
Ihre Kostüme? Skandalös bis umjubelt – das Spektrum ist breit und war in jedem Fall wegbereitend für die Evolution des »Naked Dress«. Ein Schlagwort, das den aktuellen Trend um den textilen Hauch von Nichts so treffend beschreibt. Und in den vergangenen Saisonen von den Catwalks auf die roten Teppiche dieser Welt schwappte.

Eine Frage des Respekts

Genau umgekehrt war die Strategie von Simone de Beauvoir (1908–1986), die durch ihre Kleidung in den von Männern dominierten Philosophenkreisen Respekt forderte, wie vor ihr bereits Komponistin Ethel Mary Smyth (1858–1944), die die Uniform der Suffragetten prägte und an vorderster Front in Schnürstiefeln für das Frauenwahlrecht kämpfte.

Ethel Mary Smyth

Ethel Mary Smyth, 1901 (Photo by Hulton Archive/Getty Images)

Auch Baker ging es wohl weniger darum, Europa mit ihrem Sexappeal zu überfluten – Letzterer war lediglich ein probates Mittel zum Zweck. Als wirklich schön empfand die »schwarze Venus« lediglich ihre Beine und es mag sein, dass tatsächlich viele ihrer Zeitgenossinnen attraktiver waren. Wobei hier natürlich gilt, dass Schönheit nur den Moment erhellen kann, bevor der Fluch der Zeit ihr Licht auslöscht.

Vor dem ist laut Coco Chanel (1883–1971) zumindest Stil gefeit und so teilt Baker dasselbe Schicksal vieler Frauen, die vermeintlich Mängel so zu kompensieren wussten. Wenn man also vom männlichen Geschlecht behauptet, dass Charme die Chance der optisch weniger Begüterten sei, dann ist es vielleicht stilvolle Kleidung bei der Damenwelt?

Gespür für Trends

Wobei diese provokante These durchaus auch bei der Mode selbst verifiziert werden kann: So fasziniert nicht das klassisch Hübsche, seine Monotonie langweilt uns viel eher, dafür bleiben die extremen Entwürfe avantgardistischer Visionäre fest verankert in unserem Gedächtnis – selbst wenn sie nur knapp an der Geschmacklosigkeit vorbeischrammen und erst in letzter Sekunde doch mit Zielsicherheit im Modeolymp landen. Oft auch dank ihrer Trägerin. Von dieser fordert es nicht nur Mut, sondern auch ein Gespür für Trends, um dem Einheitslook ihrer Generation zu trotzen.

Kein Wunder also, dass viele Stilikonen die Mode zu ihrem Beruf gemacht haben: Diana Vreeland (1903–1989), Moderedakteurin und New Yorker Szenengröße, Stylistin Patricia Field (*1942), verantwortlich für den Look von Carrie Bradshaw, der eine ganze Generation prägte, oder Designerin Vivienne Westwood (*1941), Queen of Punk, die bis heute mit ihrer Mode die Welt verändert und statt simpler modischer Trends lieber auch gleich politische Statements mitserviert.

Fluch oder Segen?

Oftmals ist der Hang zu Exzentrik und Extravaganz aber mit tragischen Schicksalen verknüpft. Dann übernimmt das Kostüm gleichsam eine Schutzfunktion. »Eine Rüstung vor der Außenwelt« nennt etwa Daphne Guinness (*1967) ganz konkret ihren Kleidungsstil und inszeniert sich lieber als unerreichbare Kunstfigur denn als menschliches Wesen. Ebenso Landesgenossin Isabella Blow (1958–2007), die an Exzentrik kaum zu übertreffende Entdeckerin und Muse von Alexander McQueen überschminkte schwere Depressionen und tiefe Enttäuschung ob ihrer gescheiterten Ehe und beruflichen Schwierigkeiten geschickt mit reichlich Make-up und extrovertierten Gesten bis zu exaltierten Looks.

Nachfolge

Ob man mit den jeweiligen Damen tatsächlich tauschen möchte, bleibt fraglich – zumindest posthum wird ihnen die gebührende Ehre zuteil. Letzteres nicht etwa, weil die Nachfolge nur spärlich besetzt wäre! Denn obwohl die meisten IT-Girls eher Lifestyle aus der Retorte verkaufen, anstatt sich reflektiv mit der Materie auseinanderzusetzen, werden sich künftige Generationen wohl kaum für die Likes auf Instagram interessieren

After a 50 mg dose, there was a mean maximum decrease of 7.treatments for ED have to be considered in the context of tadalafil generic.

. Daher sind Kendall Jenner oder Gigi Hadid noch lange nicht bereit für den exklusiven Kreis der Stilköniginnen.

Erfreuliche Ausnahmen der ermüdenden Einheitsoptik bilden junge Künstlerinnen wie Florence Welch (*1986) oder Tahliah Barnett alias FKA Twigs (*1988). Selbst Pop-Phänomen Lady Gaga (*1986) kann man eine Performancekunst nicht absprechen und auch ihr Einfluss und Einsatz für junge Modeschaffende ist unbestritten – schließlich hat ihr Stylist auch Stücke von Austro-Designerin Marina Hoermanseder geordert, noch lange bevor internationale Medien auf deren Talent aufmerksam wurden. Ein erster Schritt in sehr großen Fußspuren, denn ob sie auch nachfolgende Generationen berühren werden und unsere Zukunft ändern, das kann nur selbige zeigen.

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

You may also like

1 comment

Big Bling: Die glitzernde Luxus-Edition von UGG Boots - Diva 28. November 2016 - 12:54

[…] In den letzten Jahren haben sich deshalb unter anderem Starstylistin Rachel Zoe und Brit-Ikone Alexa Chung um die richtige Inszenierung des Kult-Schuhs bemüht. Der ist auch Gegenstand der […]

Comments are closed.