Atelier Longines: Dolcevita x YVY

Yvonne Reichmuth im Interview

by divaonline-admin

Designerin Yvonne Reichmuth lebt für Leder – Stars wie Billie Eilish oder Cardi B feiern ihre Kreationen. Jetzt hat die Schweizerin mit Longines eine Uhrenlinie gestaltet.

Kooperationen sind in der Uhrenbranche seit Jahren en vogue – so hat etwa Schuhdesigner Christian Louboutin für Jaeger-LeCoultre entworfen, Künstler Takashi Murakami war schon mehrmals für Hublot im Einsatz. Zuletzt und ganz spektakulär: die Zusammenarbeit zwischen Swatch und Omega mit der begehrten »Moon Swatch« als Ergebnis. Jetzt hat auch die 1832 gegründete Uhrenmarke Longines die Zeichen der Zeit erkannt und ist erstmals in ihrer 190-jährigen Firmengeschichte eine Kooperation eingegangen. Verantwortlich dafür ist der Kärntner Matthias Breschan, der Longines seit Juli 2020 als CEO vorsteht und zuvor als Rado-Boss für viele aufregende Designkollaborationen sorgte – allen voran mit Industrie­designer Konstantin Grcic. Bei Lon­gines fiel die Wahl auf die Schweizerin Yvonne Reichmuth, die zu den bekanntesten Designerinnen der Eidgenossenschaft zählt. Mit ihren Lederkrea­tionen hat sie es bis nach Hollywood geschafft – Stars wie
Billie Eilish, Kristen Stewart oder Monica Bellucci tragen ihre Stücke. Jüngster Hollywood-Zugang ist ­Oscar-Preis­trägerin Kate Winslet, die bereits die Longines »Dolcevita x YVY« trägt. Das führt uns auch gleich zur ersten Frage.

Erstmals in ihrer 190-jährigen Firmengeschichte hat die Schweizer Uhrenmarke Longines mit einer Designerin kooperiert – das Er­­gebnis ist eine Hommage an den Pferdesport. longines.com

 

Wie kam es zur Kooperation mit Longines?
Das war echt überraschend. Das Team von Longines hat sich vor knapp zwei Jahren an mich gewandt. Meine Marke YVY ist bekannt für sinnliche und raffinierte Lederkreationen, Lon­gines selbst ist seit vielen Jahren in der Welt des Reitsports tätig. Sie waren an meiner Handwerkskunst interessiert, die in der Sattlerei verwurzelt ist, die
in viele Entwürfe einfließt.

Haben Sie persönlich eine Affinität zu Pferden respektive zum Pferdesport?
Ja, doch, obwohl ich selbst nicht reite. Ich habe einen Riesenrespekt vor den Tieren und vor dem Sport. Was mich fasziniert, ist der Charakter der Pferde – sie strahlen eine so ungeheure Eleganz und so eine Stärke aus, haben aber natür­lich immer noch eine gewisse Wildheit. Diese Kombination finde ich spannend, bei Tieren und bei Menschen.

Apropos spannend: Warum fasziniert Sie Leder so sehr?
Mein Herz schlägt schon höher, wenn ich nur daran denke! Es ist echt, natürlich und ehrlich, aber auch sinnlich und sensibel. Man muss sehr vorsichtig sein, wenn man mit Leder arbeitet, es ist stark und wild zugleich. Man kann es nicht wirklich kon­trol­lieren – und es ist lebendig und wird mit der Zeit immer schöner.

Wie war der Kreationsprozess zur ­Lon­gines »Dolcevita x YVY«?
Wir mussten überlegen, wie wir die Leidenschaft von Longines für den Reitsport im Design und im Produkt zeigen können. Wir wollten gemeinsam eine neue Sichtweise auf die Welt des Pferdesports entwickeln und ich war begeistert von dieser Herausforderung. Wir kamen schnell auf die Idee des Pferdegeschirrs, außerdem wollten wir einen spielerischen Ansatz einbringen und die Modularität des Armbands hervorheben. Die Uhr gibt es in drei Farben und in zwei Größen – und eines der Modelle ist mit ein paar Diamanten besetzt, um einen luxuriöseren Touch zu verleihen.

Also perfekt für die vielen Stars, die Ihre Mode tragen. Welcher sollte zu Ihrer Longines greifen?
Am liebsten alle! (lacht) Aber wir haben jetzt Kate Winslet als erste Trägerin und ich finde, sie ist die perfekte Wahl – sie ist klassisch, aber ebenso immer noch sehr cool. Als ich sie getroffen habe, hat sich das be­­stätigt. Ich habe auch eine riesige Freude über ihre Aussage, dass dies »the sexiest timepiece ever« sei, die Longines je gemacht hat. Ich kann mir keinen besseren Start vorstellen als mit ihr.

Unser Interview erscheint im Magazin DIVA WOHNEN. Mode hat auch immer eine Affinität zu Interior. Was lieben Sie an Ihrem Atelier in Zürich am meisten? Wie ist es eingerichtet?
Das Gebäude war früher mal eine Textilfabrik. Als ich es das erste Mal sah, verliebte ich mich sofort in die großen Industriefenster, das Licht und den Charme. Ein­gerichtet ist es praktisch, weil wir so organisiert wie möglich sein müssen; Platz für deko­ra­tive Elemente gibt es nicht. Und was die Farbe betrifft, ist es auf Schwarz-Weiß re­­duziert, wie Sie gesehen haben.

Wie viel Quadratmeter hat das Atelier?
Ich glaube, es hat 50, aber wir haben wirklich alles hier drin – vom Office über den Showroom bis zur Werkstatt, wo die Teile hergestellt werden, be­­findet sich alles in diesem Raum. Das überrascht die Leute oft.

Ich habe gelesen, dass Sie in einer Einzimmerwohnung leben – gibt’s da genug Platz?
Es ist schon ein Mini-Mini-Loft, ein offener Raum, und der ist sehr minimalistisch und schlicht einge­richtet. Ich habe auch kaum Schränke und kein Lager, dementsprechend kann ich mich recht gut von Dingen trennen. Ich muss aber gestehen, dass der Umzug in ein größeres Loft, das an die 140 Quadratmeter hat, ansteht; eine ehemalige Metallmanufaktur, die jetzt umgebaut wurde.

Wie wird dort die Einrichtung ausfallen?
Mit ein paar Klassikern mehr. Allein in den letzten Wochen habe ich Stücke von Robert Haussmann dazugekauft – das macht schon Spaß. Bislang habe ich doch recht reduziert gelebt, jetzt kann ich mich in diesem Bereich mehr austoben.

Sind Designklassiker eine Leidenschaft?
Ja, es gab bei mir immer schon die Wertschätzung, das Interesse dafür. Bei Möbeln wie bei Kleidern
und eigentlich bei allem – ich liebe gute Stücke, die sich bewährt haben.

Zu guter Letzt: Wofür stehen die Buch­staben YVY Ihres Labels? Haben sie etwas mit Ihrem Vornamen zu tun?
Ja, da haben Sie richtig geraten. Man spricht es übrigens »Yvi« aus – mein Spitzname als Kind. (lacht)

You may also like

Leave a Comment