Austrian Fashion Talents: Herbststraße-Direktorin Mag. Gabriele Sulzgruber-Schartl im Interview

by divaonline-admin


Herbstraßen-Direktorin Mag. Gabriele Sulzgruber-Schartl im Interview.

Vielfalt und Kreativität: Die Mode- und Kunstschule Herbstraße hat sich weit über die Grenzen Wiens hinaus einen Namen gemacht. Seit über 20 Jahren dabei: Direktorin Mag
. Gabriele Sulzgruber-Schartl, die im exklusiven Interview ihre Zukunftsvisionen verrät.

Ihr Statement für das Modeland Österreich – warum ist es relevant, wo sehen sie im Vergleich die Nische?

Mag. Gabriele Sulzgruber-Schartl: Österreich hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass es eine sehr lebendige und innovative Textil-Branche besitzt. Neben zahlreichen Festivals, Shows und textilrelevanten Messen zeigen auch etablierte Medien immer mehr Interesse an jungen Labels und herausragenden Konzepten der Mode- und Textil-Branche. Nicht zuletzt meine ich, dass gerade in diesem Zusammenhang die Akzeptanz und schließlich Berichterstattung durch Mode-/Medien-Experten einen bedeutenden Einfluss auf die positive Wahrnehmung der österreichischen Textilwirtschaft in der Gesellschaft hat. Einerseits ermutigt es aufstrebende junge Menschen, die ihre Leidenschaft im Textilen gefunden haben, sich mit neuen Geschäftsideen zu präsentieren, andererseits bietet die Verbreitung durch soziale Medien eine ungemein rasche Vernetzung von Expertenwissen und Innovationsgeist.

Für neue (textile) Konzepte und Geschäftsideen ist sicherlich von Vorteil, über eine unbändige Neugier und damit verbunden ein konsequentes Verfolgen von Entwicklungen und das Erkennen von Tendenzen zu verfügen. Das Erkennen des Potentials durch das Zusammenschließen unterschiedlichster Kreativbereiche am Standort Österreich ist hierbei für mich eine logische Konsequenz. Das Wissen um die traditionelle Handwerkskunst in Verbindung mit der Entwicklung neuer Technologien und somit auch der Forschung stellt für mich in der heimischen Textilwirtschaft eine noch ausbaufähige Nische dar.

Für wie wichtig halten sie dabei den Beitrag der heimischen Modeschulen?

Mag
. Gabriele Sulzgruber-Schartl:
Vielfach sind wir mit Aussagen: „Die Textilwirtschaft in Österreich gibt es doch eh nicht mehr. … Warum also die Ausbildung?“ konfrontiert und sind gefordert, hier massive Aufklärungsarbeit zu leisten. Aufklärungsarbeit, die eine klare Unterscheidung zwischen (im allgemeinen Verständnis enggefassten Begriff) der Textilindustrie und der im Aufschwung befindlichen Textilwirtschaftsbetriebe aufzeigt. Zum einen ist Mode entschieden mehr, als „nur“ perfekte Outfits passend zu diversen Genres zu designen und in handwerklicher Perfektion zu fertigen
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Es gilt vielmehr den Blick für die Gesamtheit zu schärfen. Von der Erzeugung der Rohstoffe, über den Weg der Produktion bis zur Vermarktung – also vom Rohstoff bis zum Verbraucher – und damit verbunden auch den wirtschaftliche Aspekt von Mode zu beleuchten, zu verstehen und zu hinterfragen. Zum anderen sehe ich die österreichischen Modeschulen in die Verantwortung genommen, einem verantwortungsvollen Agieren im breiten Spektrum des Modekonsums und -handels – ohne hier das Modebewusstsein und das Verlangen nach ständiger Neuerung in Frage stellen zu wollen – die nötige Aufmerksamkeit zu schenken und entsprechende Aufklärungsarbeit zu leisten. Sozusagen eine Fast Fashion-Bewegung nicht zuletzt auch aus moralischen Überlegungen zu beleuchten und einer Slow Fashion Forderung gegenüberzustellen.

Zum einen ist Mode entschieden mehr, als „nur“ perfekte Outfits passend zu diversen Genres zu designen und in handwerklicher Perfektion zu fertigen.”

Im Vergleich mit nationalen Institutionen – Worauf liegt der Schwerpunkt der Modeschule Herbststraße?

Mag. Gabriele Sulzgruber-Schartl: Die Kreativität und das Verständnis für Disziplinen übergreifenden Designs zu fördern, das konzeptuelle Denken zu schulen und den Anspruch an stets perfektes Handwerk würde ich als maßgebliche Maxime der Herbststraße anführen. In diesem Zusammenhang ist sicher der außergewöhnliche Synergieeffekt zwischen der Kunst- und der Modeabteilung der Herbststraße zu nennen. Auf die Erfahrung und Expertise zahlreicher renommierter national und international tätigen Designerinnen und Designer, Künstlerinnen und Künstler, als Lehrende zurückgreifen zu können bietet allen Studierenden – egal welcher Ausbildung/welchen Ausbildungsniveaus – schon während ihrer Zeit an der Herbststraße den bestmöglichen Praxisbezug.

Neben der mit der Mode primär assoziierten Kunst des Schneiderhandwerks versuchen wir uns auf die jeweiligen Ausbildungsniveaus ausgerichtete Spezialisierungen zu fokussieren. Dabei sind vertiefende Inhalte des Marketings ebenso optional wie die des Designs oder Inhalte der textilen Techniken wie die der Web- und Knüpftechniken, der Oberflächengestaltung, der indirekten und direkten Drucktechniken und ähnliche. Unsere Abschlüsse, wie sie an Modeschulen erworben werden können, sind im internationalen Vergleich einzigartig. Es ist mir kein Land bekannt, in dem eine spezialisierte Berufsausbildung auf entsprechendem Niveau abgeschlossen werden kann und zudem eine Reife- und Diplomprüfung erworben wird. Es ist daher unsere Intention, in enger Kooperation mit weiterführenden Universitäten und Hochschulen zu stehen, um abgestimmt auf schulische Inhalte entsprechende tertiäre Curricula rechtfertigen zu können, die eine Studienzeitanrechnungen und damit rascheres Absolvieren eines Bachelorstudiums ermöglichen

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Was waren ihrer Ansicht nach die Höhepunkte?

Mag. Gabriele Sulzgruber-Schartl: Wenn man die nahezu einhundertfünfzigjährige textile Historie der Schule betrachtet, wird man feststellen, dass bereits der Anstoß zur Gründung mit einem für die damalige Zeit sehr fortschrittlichen Denken verbunden war. Die stete Erweiterung des Ausbildungsangebotes und der Spezialisierungen führte ab den 1900er Jahren zur langjährigen Zusammenarbeit mit der Wiener Werkstätte unter anderem mit nennenswerten Designern wie Dagobert Peche. Die laufenden Weiterentwicklungen vor allem in einer Zeit, in der die Emanzipation noch in den Kinderschuhen steckte, bahnte die k. u. k. Kunststickereischule jungen Frauen den Weg in die Berufswelt.

Im Zuge der Jahre gehörten die Gründung einer Fachschule für Wäschewarenerzeugung, eine Gobelin-, Restaurier-, und Webschule, eine Bildungsanstalt für Frauengewerbelehrerinnen, eine Fachschule für Mode, die ersten Jahrgänge einer Höheren Lehranstalt für Mode sowie der Kunst, ein Restauratoren-, Schnittdirektricen- und Bühnenlehrgang, der Meisterschule für Haute Couture und der Meisterschule für Bühnenkostüm und schlussendlich das Kolleg für Mode-Design-Textil und des Kollegs für Schmuck-Design  zu den prägendsten Erweiterungen des Bildungsangebotes.

Welche der ehemaligen Studierenden sind ihnen dabei besonders in Erinnerung geblieben – vielleicht weil sie international besonders erfolgreich?

Mag. Gabriele Sulzgruber-Schartl: Es wäre vermessen bei der hohen Anzahl an Absolventen/innen, die in der Mode- und Textilbranche Fuß fassen, hier auf einzelne Personen eizugehen. Natürlich bleiben diese, die man selber unterrichtet hat in besonderer Erinnerung. Man begleitet sie schließlich über einen mehr oder weniger langen Zeitraum und freut sich natürlich immer besonders für deren Erfolg, sei es nationalen oder international.

 

Welche Maßnahmen könnten den Modestandort Österreich in der Zukunft noch wichtiger positionieren?

Mag. Gabriele Sulzgruber-Schartl: Ich bin der Überzeugung, dass der eingangs beschriebene textile Innovationsgeist in Österreich durchaus vorhanden ist und Österreich auf eine international konkurrenzfähige Modeszene verweisen kann. Gerne bringe ich in diesem Zusammenhang meinen Studierenden den Vergleich eines „Propheten, der im eigenen Land nichts wert ist.“ Vielleicht liegt es an der österreichischen Mentalität, dass erst dann, wenn jemand im Ausland von Erfolg gekrönt ist, man ihn/sie auch hierzulande zu schätzen und zu loben weiß oder überhaupt erst von ihm/ihr Kenntnis nimmt. Bis dahin bleiben die Arbeiten der Kreativen einer Gruppe besonders Modeaffiner vorbehalten.

Hier verstärkte Präsenz zu zeigen um die Aufmerksamkeit der breiten Gesellschaft auf eine aktive, erfolgreiche Branche zu ziehen, wäre ein erster Schritt in Richtung einer nationalen Identifikation mit Design, Handwerk und Innovation. Ich glaube, dass, sobald ein breites nationales Bewusstsein für das Potential der heimischen Mode-und Textilbranche gegeben ist, der Modestandort Österreich vermehrt Chancen im internationalen Bereich erfahren würde.

…sobald ein breites nationales Bewusstsein für das Potential der heimischen Mode-und Textilbranche gegeben ist, der Modestandort Österreich vermehrt Chancen im internationalen Bereich erfahren würde.

Wohin geht der Trend in der Herbststraße – welche Visionen und Ziele hat man sich für die Zukunft gesteckt?

Mag . Gabriele Sulzgruber-Schartl: Die Umsetzung von Visionen und Zielen steht und fällt mit den an der Bildungseinrichtung Agierenden. An der Herbststraße sind das vor allem meine Kolleginnen und Kollegen, die durch ihren unentwegten Einsatz um die Modeausbildungen versuchen, möglichst zeitnah auf Erfordernisse der Branche zu reagieren. Wie gut allerdings künftige Absolventen/innen auf das Berufsleben vorbereitet werden können, liegt in einer entsprechenden und unabdingbar erforderlichen Autonomie der Schulen. Nicht zuletzt um inhaltlich auf die raschen Wechsel und auf die Entwicklungen der Branche reagieren zu können.

Derzeit sehe ich darin, sowie an den geringen finanziellen Ressourcen für diese Form der Ausbildung – die natürlich auch dem technischen Fortschritt gerecht werden muss – die größte Herausforderung für die kommenden Jahre
. Nämlich weiterhin Absolventinnen und Absolventen bestmöglich für die Mode- und Textilwirtschaft vorzubereiten und deren Interesse an steter Weiterbildung und Extensivierung der Ausbildung an weiterführenden tertiären Ausbildungen zu fördern.

Weitere Informationen zu der Mode- und Kunstschule Herbststraße gibt es im aktuellen DIVA Austrian Fashion Talents und unter herbstrasse.at

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