Starke Frauen in Dubai

by divaonline-admin

Juwelen sind nicht alles: Cartier fördert Unternehmerinnen und fordert die Ermächtigung von Frauen -zum Wohl der Welt.

Wenn Frauen Erfolg haben, hat die Menschheit Erfolg.
Cyrille Vigneron (* 1961), CEO von Cartier

Nicht immer, wenn in Dubai eine glamouröse Veranstaltung stattfindet, steckt die Eröffnung eines Luxushotels dahinter. Als Anfang März das Opernhaus in dunklem Cartier-Rot erstrahlte, stand vielmehr ein Thema im Mittelpunkt, das im Emirat nicht ständig die Tagesordnung beherrscht: Frauen -und ihre Leistungen, ihre Förderung, ihre Ermächtigung.

Fondation Cartier

Die Fassade des »Women’s Pavillon« wurde von der Pariser Architektin Laura Gonzalez entworfen.

Seit Langem schon engagiert sich das legendäre Schmuckhaus Cartier besonders für Frauen und hat ein finanzstarkes Förderprogramm für sie aufgelegt. Die »Cartier Women’s Initiative« tritt in der Öffentlichkeit zwar selten in Erscheinung, arbeitet aber umso effektiver: 262 Unternehmerinnen aus 62 Ländern haben bereits von dem Programm profitiert, insgesamt wurden 6,4 Millionen USDollar ausgeschüttet. Zudem unterstützt die »Cartier Women’s Initiative« die teilnehmenden Frauen auch immateriell, konkret mit einem Netzwerk nützlicher Kontakte und Coachings. In Dubai wurde der 15. Geburtstag der Initiative gefeiert und zugleich die Förderung von Frauen vorangetrieben – am Weltfrauentag verlieh Cartier den »Impact Award« in drei Kategorien an neun ehemalige Teilnehmerinnen, die die Gesellschaft stärken und einen nachhaltigen positiven Einfluss auf sie ausüben.

ERFOLG DER FRAUEN

Wie der Zeitpunkt war auch der Schauplatz der Feier in Dubai kein Zufall. Zwar sind die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) nicht gerade als Hochburg der Frauenbewegung bekannt, doch hat die kürzlich zu Ende gegangene Expo unter dem Motto »Neue Perspektiven« auch dem Thema Chancengleichheit Raum gegeben – buchstäblich. Cartier selbst rückte mit einem länderübergreifenden Pavillon Frauen und ihre Leistungen in den Mittelpunkt. Es war der erste Pavillon einer Weltausstellung, der diesem Thema gewidmet war, und ein Riesenerfolg: Mehr als 200 000 Besucher interessierten sich für die Ausstellungen über Frauen, die durch ihre Leistungen die Welt ein wenig besser und gerechter machen. Nicht aus rein altruistischen Gründen verfolge man diese Mission, erklärt Cyrille Vigneron, Direktor und CEO von Cartier International: »Bei Cartier glauben wir, dass es einen Vervielfältigungseffekt hat, Frauen zu ermächtigen. Es bringt Wirtschaftswachstum und die Entwicklung voran; die Gesellschaft profitiert als Ganzes.« Oder, wie es das Motto des Expo-Pavillons auf den Punkt brachte: »Wenn Frauen erfolgreich sind, ist die Menschheit erfolgreich.«

RAUS AUS ALTEN ROLLEN

Um aus der Idee eine Tatsache zu machen, seien jedoch auch und vor allem die Männer gefordert, so Vigneron: »Mehr als 120 Konferenzen und Talks fanden in unserem Pavillon statt, alle waren ausgebucht«, sagte er bei seiner Rede anlässlich der Preisverleihung vor einem Publikum aus Preisträgerinnen, Nominierten, Scheichs und Prominenten -»aber 95 Prozent der Teilnehmer waren Frauen. Wo waren die Männer?« Der Vater dreier Töchter verband diese Frage mit der Empfehlung, schon bei der Kindererziehung traditionelle Rollenbilder durch moderne zu ersetzen: »Hört auf, eure Söhne zu verwöhnen«, mahnte er. »Hört auf, ihnen beizubringen, zu glänzen, und euren Töchtern, zu dienen. Lehrt sie beide, zu glänzen und zu dienen!« Zugleich erzählte er, wie er sich selbst dafür entschied, Rollenklischees abzulegen: »Mein Vater war Arzt, ein guter Mensch, aber zu Hause eine Last, nicht einmal ein Ei konnte er kochen. Ich wollte nicht so sein wie er. Ich habe viel von meiner Mutter gelernt; auch, wie man unabhängig lebt.« Rein gar nichts hält Vigneron von der Vorstellung, Jungen dürften nicht weinen. Denn: »Das Gegenstück zur Ermächtigung der Frauen ist die Befreiung von unseren eigenen Rollenklischees. Diese sind schlecht für die ganze Welt.« Auch Workshops und Network-Events fanden in Dubai statt. Das Wichtigste aber, so Vigneron: »Wir wollen die Erfolge dieser bewundernswerten Frauen verstärken und sie dabei unterstützen, die Welt zu einem besseren Ort mit mehr Chancengleichheit zu machen.«

Die Preisträgerinnen, die in Dubai ausgezeichnet wurden, sind Beispiele dafür. Temie Giwa-Tubosun etwa erhielt den ersten Preis in der Kategorie »Improving Lives« – ihre Firma Lifebank vermittelt Blutkonserven an Krankenhäuser in Äthiopien, Nigeria und Kenia, um die Sterberaten auf Entbindungsstationen zu verringern. Chancengleichheit bedeutet auch, dass die mit einer Geburt verbundenen Risiken nicht davon abhängen, in welchem Land eine Frau lebt. Wenn es allen Frauen gut geht, geht es auch der Welt gut

 

GESAMTKUNSTWERK

  1. Die arabische Kalligrafie mit Friedensbotschaften (li. oben) stammt vom Künstler El Seed. Die Installation macht auf ungleiche Bezahlung aufmerksam.
  2. Der Frauenpavillon (Li. unten)der Expo machte deutlich, welch zentrale Rolle Frauen im Lauf der Geschichte und bis heute spielen.

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