Licht als Material: Die Kreationen von Clara Daguin

von Silke Bender

by divaonline-admin

Ein buchstäbliches Highlight abseits des offiziellen Modekalenders: Die französische Newcomerin Clara Daguin verzaubert mit elektrisierenden Kreationen.

Was hat Google mit Mode und dem Pariser Wachsfigurenmuseum Grévin zu tun? »Oracle -ein Modeexperiment von Clara Daguin« stand etwas abstrakt auf der Einladung. Wer ihr am Ende eines langen Arbeitstags neugierig folgte, wurde nicht enttäuscht.

Wenn Modewoche ist, richtet sich die Aufmerksamkeit der Szene vor allem auf die großen Namen, die jeder kennt und die vom Gralshüter der Pariser Modeszene, dem Verband Fédération de la Haute Couture et de la Mode, aufgenommen wurden. Tatsächlich passiert auch eine Menge nebenher: Viele junge Talente nutzen die Zeit und das angereiste internationale Publikum, um sich und ihre Arbeit vorzustellen -und sehr oft lohnt es sich, vom Strom der Masse abzuzweigen, um an ungewöhnlichen Orten Neues zu entdecken.

Die französische Designerin Clara Daguin, die im Silicon Valley aufgewachsen ist, nutzt Licht als Material: »Für mich ist es ein Gestaltungsmittel wie Stickereien oder Perlen«, so die 36-Jährige. claradaguin.com

Grosser Auftritt

Clara Daguin hatte an einen historischen Schauplatz geladen: den »Palast der Fata Morgana«, ein spektakuläres Spiegelkabinett im Musée Grévin, das 1908 hier aufgebaut wurde, um das neue Wunder der Elektrizität zu feiern. In der Mitte des in Schwarzlicht getauchten Raums empfing eine rätselhafte Gestalt, eine Mischung aus esoterischer Göttin und Science-Fiction-Königin: die grauhaarige Axelle Doué, das wohl meistbeschäftigte Über-60-Model von Paris, das schon bei Olivier Saillards »Moda Povera«-Performance am Tag zuvor seinen Auftritt hatte.

Diesmal verkörperte sie das Orakel, eine Art digitale Handleserin, in einem Reifrock, auf dem das Universum dargestellt ist. Galaxien und Sternenkonstellationen leuchten auf, wenn die Besucher ihre mit der »Jacquard«-Technologie von Google bestickten Handschuhe berühren. Mit den Metallfäden auf der Handinnenfläche steuert Doué wiederum die wechselnden Farben und Lichtmuster auf den Kleidern der vier anderen Models, die Luft, Erde, Wasser und Feuer symbolisieren und sich endlos in den historischen Spiegeln des Raums fortsetzen.

Die »Kleider« haben jedoch wenig mit üblichen Textilien gemein: Sie bestehen aus optischen Fasern, Plissee, gestickten Schaltkreisen, Swarovski-Kristallen, steuerbaren LEDs, geformtem Harz, selbst hergestellten Alaunsteinen, Seidenorganza, Mikrocontrollern und Radiofrequenzmodulen. Klingt kompliziert, ist aber eine bombastische visuelle Zauberei.

Zukunftsträchtig

»Ich sehe meine Arbeit in der Schnittstelle zwischen Kunst und Mode«, sagt die 34-jährige Daguin; »ich will Kleider schaffen, die man heute tragen kann und die schon an morgen denken lassen. Vielleicht gibt es irgendwann solche, die Körperdaten messen -und ihren Trägern sagen können, wann es beispielsweise Zeit für ihr Insulin ist.«

Ihr Ansatz, High Fashion und Hightech miteinander zu verweben, kommt nicht von ungefähr: Daguins Vater, ein IT-Experte, arbeitete im Silicon Valley, wo die Französin aufwuchs. 2016 zählte Daguin mit diesem innovativen Mindset zu den Finalistinnen beim renommierten Modefestival im südfranzösischen Hyères. Für »Oracle« bekam sie Schützenhilfe und eine Carte blanche von ganz oben, aus dem Googleplex in Kalifornien: Die vorhin erwähnte »Jacquard«-Technologie ist die erste vollwertige digitale Plattform von Google, die für intelligente Kleidung, Schuhe und andere Dinge des täglichen Bedarfs entwickelt wurde. Eingesetzt wird sie bereits im Manschettenknopf der »Commuter Trucker«-Jeansjacke von Levi’s, bei der sich der Träger mit einem Fingertipp über Bluetooth mit seinem Mobilgerät verbinden kann, um Musik zu steuern, Telefonanrufe anzunehmen oder Wegbeschreibungen abzurufen

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. Im schlichten »Cit-e«-Rucksack von Saint Laurent versteckt sie sich in einem interaktiven Trägerriemen, ebenso wie in der Laptoptasche »Konnect-i« von Samsonite.

Ein Licht geht auf

Clara Daguins visuell spektakuläre Hightech-Mode spricht zur Zeit eher die an, die auf der großen Bühne die Erleuchtung suchen: etwa Conchita Wurst, die auf ihrem Konzert in Hongkong in Daguins »Body Electric« auftrat.

  1. Conchita Wurst ist einzigartig -ihre Bühnenoutfits sind es auch. Die österreichische Künstlerin trug bereits bei ihrem Auftritt in Hongkong vor fünf Jahren einen leuchtenden Jumpsuit von Clara Daguin.
  2. & 3. Designt Clara Daguin die Mode der Zukunft? Futuristisch kann man ihre Kreationen sicher nennen. Die Französin, die für Maison Martin Margiela, Hussein Chalayan und Iris van Herpen gearbeitet hat, übersetzt Technologie in Kleidung.

 

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