Der Alleskönner: Peter Weisz im Interview

by DIVA Redaktion

Modeleitung der DIVA, Designer der Diven und nun auch Tableware Couturier: Die DIVA traf Kreativ-Tausendsassa Peter Weisz zum Gespräch.

Sei es in der schrullig, süßen Villa Verdin am Millstätter See (übrigens ein echter Reise-Geheimtipp!), im In-Hotel Miramonte in Bad Gastein oder im Szene-Lokal in Wien: Peter Weisz kennt man. Der Kreativtausendsassa ist eben umtriebig, seine Kreationen einmalig wie zeitgleich vielschichtig. Aktuell entwirft er gemeinsam mit Nadja Zerunian als Design Group zerunianandweisz Tableware.

In Ihrer Karriere haben Sie bereits einige, teilweise sehr unterschiedliche kreative Stationen bereist. Auf welche blicken Sie besonders gern zurück?

Alle meine Stationen habe ich sehr genossen – zu Beginn die Arbeit für das Modesekretariat in der Bundeswirtschaftskammer – die sehr aufregend war und mich mit 20 schon in die Modemetropolen brachte. Meine Aufgabe war es, die Design Trends für die Österreichische Modeindustrie zu verarbeiten. Ich habe Kollektionen entworfen und auch als Stylist gearbeitet. Besonders gerne erinnere ich mich an meine Zeit als Modechef – Trends für das Magazin zu erarbeiten, Shootings zu planen, einen Style für das Heft zu entwickeln –, das habe ich sehr gerne gemacht.

Einige Covers von Peter Weisz für die DIVA:

Aber irgendwann zog mich wieder zu meinem Ursprung: In mein Atelier – die Arbeit als Schneider ist einfach sehr spannend. Den Stoff als Laufmeter in ein Dreidimensionales Kleidungsstück zu verarbeiten und all die traditionellen Schneiderhandwerkstechniken einzusetzen… Ein Handwerk zu beherrschen ist etwas ganz großartiges für mich, es bereichert mein Leben ungemein!
Produktdesign/ Tabletopdesign hat mich immer interessiert, mit meiner Freundin, der Lampendesignerin Ito Megumi habe ich einige Lampenprojekte gemacht.
Auch Weinetiketten habe ich schon entworfen, für Unger und Klein. Auf die bin ich sehr stolz. Rose, Tulpe, Nelke, grüner Kakadu, roter Affe und Fräulein Klein entspringen alle meiner Gedankenwelt und wurden mit Megumi Ito und Sebastian Menschhorn in meinem Team vollendet

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.
Wohnraumgestaltung ist auch ein Steckenpferd von mir und durch zufriedene Kunden bekomme ich in diesem Bereich im öfter Klienten. Es ist einfach wunderbar einen Raum zu gestalten und Ihn seinen Nutzern gerecht werden zu lassen.

Das bringt mich gleich zur nächsten Frage: Wie entstand die Idee zur Table Couture?

Vor etwa drei Jahren kam ich an einen Tiefpunkt in meiner Karriere als Schneider und Designer im Atelier – die Modebranche hat sich sehr verändert. Selbst die großen Designlables überholen sich mit Ihren unzähligen Kollektionen. Dann denke man an die großen Globalplayer die in jedem Kaff Einzug halten. Man kann das Tempo kaum halten. Diese Firmen arbeiten hochprofessionell. Ich habe mir die Frage gestellt: Was will ich hinterlassen? Wofür will ich in meinem Leben gearbeitet und gewirkt haben? Ich wollte an langlebigen Designs arbeiten, zudem ist Kochen meine Leidenschaft. Somit war schnell klar, dass sich hier meine Produktästhetik  wunderbar auf den Tisch bringen lässt.

Und was hat es mit dem Roma-Projekt auf sich?

Ungefähr zu der Zeit als ich in Begriff war mein Leben zu verändern kam meine Freundin Nadja Zerunian auf mich zu und lud mich ein, ein Socialproject mit ihr zu betreuen. Es war klar, dass es nichts zu verdienen gab. Wir sind als Probono Experts für eine Designlinie zuständig. Erarbeitet mit Romafamilien. Mit dem Hintergrund, das traditionelle Handwerk von Romas in Rumänien zu retten und zu fördern. Das gesamte Projekt wird von der Erste Foundation im Rahmen Ihres Roma Partnership Project gefördert. Wir beginnen nun das dritte und letzte Jahr und sind sehr stolz darauf was wir erreichen konnten. Viele Familien konnten wir ein Stück weiterhelfen, ihre Kinder gehen wieder in die Schule, kleine Veränderungen finden auch im häuslichen Leben statt.
Wir haben für diese Rumänische NGO mit dem Namen MBQ eine Boutique designt. Megumi Ito hat uns für dieses Projekt eine Deckenlampen-Installation gemacht. Ein sehenswertes Projekt, welches außerdem all unseren Entwürfen einen perfekten Präsentationsrahmen bietet. Wir arbeiten mit Kupfertreibern, Besenmacher, Korbflechter, Harnischmacher, Silberschmiede, Löffelschnitzer, Drechsler und Eisenschmieden zusammen.
Jedes Teil das wir entwickeln ist von Hand gefertigt. Es ist unfassbar was Menschen Hände alles vollbringen können!
Durch Zufall hat uns Lilli Hollein (Vienna Designweek) in Bukarest getroffen. Sie war in der Boutique und sehr begeistert und so wurden wir mit dem Projekt zur Vienna Design Week eingeladen – wo wir letztes Jahr zum zweiten Mal mitgemacht haben. Alice Rawsthorn die Design Kritikerin der New York Times hat unsere Projekt als das interessanteste Vienna Design Week Projekt besprochen – das macht viel Freude!
Nadja Zerunian und ich haben uns dann entschlossen zerunianandweisz zu gründen und haben mit dem unfassbar talentierten Kupfertreiber begonnen, unsere eigene Kollektion aus Silber, Kupfer und Messing zu erarbeiten. Unsere erste Ausstellung hatten wir in der Galerie Rauminhalt – Wiens einzige Design Galerie! Entstanden sind Objekte in limitierter Auflage von 1 – 7 Stück. Das besondere an unseren Kollektionen ist das Zusammenspiel von gefundenen Teilen, Vintage-teilen und den von Hand getriebenen Metallobjekten.
Jedes Objekt für sich ist ein Stück Design, gemeinsam stehen sie im Kontext zueinander und bilden die für zerunianandweisz angestrebte Grundlage zur Reise des Betrachters in eine humoristische, sensitive und ästhetische Designwelt. Es sind Gebrauchsgegenstände welche nur durch gemeinsames Benutzen die eigentliche lyrische Komponente in Erscheinung treten lassen.

Wie kann man sich den kreativen Prozess genau vorstellen, immerhin arbeiten Sie ja als Duo?

Nadja und ich arbeiten perfekt miteinander – wir nennen es gegenseitig das “Hax´l stellen” – nichts was uns oberflächlich erscheint, kommt als Idee des anderen durch und ganz am Ende, wenn wir auch richtig herrlich lachen konnten, stimmt das Design für uns
. Jeder hat seine Stärken und Schwächen – es ist also wirklich sehr ausgewogen und wir sind sehr oft nicht gleicher Meinung – also wirklich eine wunderbare Voraussetzung miteinander ernsthaft Design zu entwickeln.

Was kommt als nächstes?

Derzeit arbeiten wir an einem Unido-Projekt in Algerien und Libanon „creative Mediteranean“. Wir arbeiten an unserer ersten Ausstellung in Paris die von Alice Störi Liechtenstein kuratiert wird. Sie betreibt ein Designmuseum in der Steiermark im Schloss Hollenegg und schreibt einen Design Blog
.
Mit der Kollektion werden wir auch auf der Beirut Design Week vertreten sein.

Fotocredits:
Porträt @ Stefan Zeisler, Cover von links nach rechts von @Jürgen Schabes, @Markus Pummer und @Vladimir Glyniny. Produktbilder @Stefan Zeisler und @Lezzar Tarek.

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1 comment

David 27. März 2017 - 21:55

Vielfältiges Können. Mich fasziniert die Einfachheit. Die Objekte haben eine Seele.

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