Duft-Forschung: Parfümeure gehen neue Wege

by divaonline-admin

Wahrscheinlich ist es übertrieben, von unendlichen Weiten und unentdeckten Welten zu sprechen, aber in der Duft-Forschung tut sich etwas. Es wird erneuert und expandiert. Die DIVA auf Entdeckungsreise.

 

Chanel Nr. 5 L’Eau: Ein Klassiker neu interpretiert

 

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GENERATION N° 5 Die Enkelin eines Superstars: »N° 5 L’Eau« vereint blumige, pudrige, holzige und grüne Nuancen. Eine Gesamtkomposition mit eigenständiger Persönlichkeit, die die DNA einer Ikone weiterträgt. »N°5 L’Eau«-EdT von CHANEL, ab € 69,-.

Als Olivier Polge 2013 seinen neuen Job als Parfümeur für Chanel antrat, öffnete sich ihm ein Paralleluniversum voll gut gehüteter Duftgeheimnisse. Denn während die meisten Maisons zumindest zeitweise die Parfumentwicklung in die Hände externer Firmen legten, behielt Chanel seine Formeln und Spezialzutaten immer für sich.

Aus diesem reichen Erbe heraus wurde Polge damit beauftragt, die Ikone – Chanel N°5 – neu zu interpretieren. Gabrielle Chanel entwickelte den Duft 1921 mit dem russischen Parfümeur Ernest Beaux und schuf damit den bekanntesten Damenduft der Welt. Dementsprechend gewagt erschien der Auftrag zur Reformulierung.

N°5 gilt zwar als das meistverkaufte Parfum aller Zeiten, aber darum geht es mir nicht. Es ist vielmehr ein Symbol für die Originalität des Hauses.

Doch wie überarbeitet man ein Denkmal, ohne es zu zerstören? Die Grundpfeiler Blumen und Aldehyde – chemische Verbindungen, die in den 20er-Jahren für die Parfumindustrie entdeckt wurden und einen großen Teil der Legenden um N°5 ausmachen -blieben erhalten, wurden aber neu gewichtet. Zu den künstlichen Aldehyden kamen natürliche aus Zitrusfrüchten. Rose und Jasmin blieben, wirken aber durch neue Destillationsarten luftiger. Und Ylang-Ylang, eine Blüte, die laut Polge ein Herzstück der Chanel-Parfümerie ist, wurde in ihre Einzelteile zerlegt und nur in Fragmenten verwendet

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. Aber gerade diese spielen eine Schlüsselrolle und wurden der Liste der erwähnten Geheimnisse des Hauses hinzugefügt.

Wenn man Zutaten mischt, die schon einmalig sind, entstehen auch einmalige Düfte.

Das Ergebnis nach einem Jahr Entwicklungsarbeit: N°5 L’Eau. Vom gediegenen, reichen, »sehr angezogenen« Original »zum lebendigen, frischen Eau de Toilette, das überall hinpasst«.

 

Les Parfums de Louis Vuitton und die CO2 Extraktion

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TRIOLOGIE Der luftige Rosenduft »Rose de Vent« aus der Kollektion »Les Parfums Louis Vuitton« vereint die Bulgarische, die Türkische und die im CO2-Verfahren extrahierte Grasser Rose
. »Rose de Vents«-EdP von LOUIS VUIT-TON, ab € 200,- in Louis Vuitton Stores und über louisvuitton.com.

Ebenfalls geschichtsträchtig war die Herausforderung, der Jacques Cavallier-Belletrud 2012 gegenüberstand. Er wurde als Hausparfümeur zu Louis Vuitton bestellt und sollte den ersten Vuitton-Duft seit 70 Jahren entwickeln. Vier Jahre später präsentiert das Traditionshaus eine ganze Kollektion. Sieben Düfte, bei deren Entwicklung Cavallier-Belletrud seinen Erfindergeist und seine Kreativität voll auslebte: »Ich musste nicht alle Frauen in einem Duft vereinen, sondern arbeitete gleichzeitig an verschiedenen Geschichten. Wenn ich bei einer Formel Zweifel hatte oder nicht weiterkam, fand ich beim Arbeiten an einer anderen eine Verschnaufpause.«

Das Großprojekt brauchte Zeit und Innovation. Tatsächlich zauberte man in Grasse ein paar Tricks aus dem Ärmel und wendete erstmals die »überkritische CO2-Extraktion« an den vor Ort angebauten Duftblumen Jasmin und Mairose an. Bei der herkömmlichen Destillation gewinnt man die Essenz der Blüten, indem man sie mit heißem Wasser bedampft. Doch die Hitze verändert den Duft.  Das neue Verfahren, das man ursprünglich für hitzeempfindliche Rohstoffe wie Vanille, Ingwer, Pfeffer entwickelte, ist für Jacques Cavallier-Belletrud die Zukunft.

Bei der CO2-Extraktion werden die Duftstoffe mittels flüssigem Kohlendioxid unter Druck extrahiert. Dadurch sind sie viel facettenreicher und natürlicher. Als stünde man inmitten eines Blumenfeldes.

 

 

Grasse, Die Hauptstadt des Parfums wird gefördert

Doch am Geld scheitert es momentan glücklicherweise nicht. Ganz im Gegenteil: Louis Vuitton investiert zusammen mit der Maison Christian Dior in ein Großprojekt in Grasse, der Hauptstadt des Parfums
. Die Unternehmen revitalisierten »Les Fontaines Parfumées«, ein Anwesen aus dem 17. Jahrhundert mit Duftgarten, mehreren Gebäuden und einem historischen Brunnen, dessen Wasser, so lauten die Legenden, selbst duften soll. Die 300 Jahre alte Bastide geriet in den 70er-Jahren in Vergessenheit und soll nun, unter der Leitung von Jacques Cavallier-Belletrud für Vuitton und Parfümeur François Demachy für Dior, zum neuen, alten Epizentrum der Duftentwicklung werden. Die Häuser profitieren vom immensen Wissen der ansässigen Spezialisten und fördern im Gegenzug junge Plantagenbesitzer und Rohstofferzeuger. Es ist ein zukunftsträchtiges Projekt, das Fortschritt und Geschichte vereinen soll.

 

Duftfilternde Öle bei Maison Margiela

Parfum Forschung

(UN)GEFILTERT Die Parfumwelt hat ein neues Schlagwort: Duft-Layering
. Der watteweiche »Replica Filter Blur« wirkt in Kombination mit anderen (»Replica«-)Düften wie ein Weichzeichner. »Glow« wie ein Aufheller. »Replica Filter«-Parfumölspray von MAISON MARTIN MARGIELA, um ca. € 60,-.

Das verhältnismäßig junge Label Maison Margiela spielt bei seinen Düften zwar auch mit Erinnerungen, lanciert aber gerade eine Idee, die sich vollkommen am Hier und Jetzt orientiert: Die »Replica Filters« aus der Hand des Parfümeurs Nicolas Beaulieu sind auf einzelne Akkorde reduzierte Duftöle, die, unter anderen Parfums getragen, so wirken wie Instagram-Filter auf Digitalfotos.

Der Filter »Blur« enthält vor allem Moschusnoten, die, wie Beaulieu beschreibt, »so verfeinert sind, dass sie ein Wattewolkengefühl erzeugen – weiß, weich und beruhigend.«»Blur« gibt jedem anderen Duft einen sauberen, umhüllenden Touch und mildert Schärfen und Kanten. »Die Schlüsselzutat bei Glow ist Grapefruitblütenöl, eine schöne Zutat, die sowohl frische, leuchtende als auch blumige Noten enthält und genau diese Aspekte bei anderen Düften intensiviert.«

Alkohol ist flüchtig und gibt Duftmoleküle schnell ab, während Öl sie auf der Haut fixiert. Beides nach persönlichem Geschmack zu kombinieren, halte ich für extra-spannend.

Das Konzept bietet Raum für Zufall und Individualität und ist definitiv zukunftsweisend.

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