Ein erster Blick in die neuen YSL-Museen

by divaonline-admin
YSL

Die DIVA hat nachgehakt und vorab bereits ein paar Eindrücke zu der Museumseröffnung des Jahres gesammelt.

Im Oktober wird Yves Saint Laurent, einem der größten Modeschaffenden unserer Zeit mit gleich zwei eigenen Museen in Paris (Eröffnung am 3.10.) und Marrakech (19.10.2017) ein gebührendes Denkmal gesetzt.
Große Ereignisse, die der Mitbegründer der Foundation und langjährige Lebenspartner von Yves Saint Laurent Pierre Bergé leider nicht mehr miterleben durfte. Denn wie heute berichet wurde, verstarb der 86-jährige letzte Woche.

 

 

 

YSL

© 1976,Guy Marineau – Fondation Pierre Berge-Yves Saint Laurent

 

Aurélie Samuel, »Director of Collections« der beiden Projekte gibt uns bereits vorab exklusive Einblicke in die Gestaltung der beiden Museen:

Das Werk von YSL ist unglaublich umfangreich. Wie haben Sie über die Struktur des Museums entschieden?

Sehr oft wird Yves Saint Laurent « nur » als Kleidermacher gesehen
. Dabei sollte man ihn als einen Künstler verstehen. Unser Anliegen war es, ihn als Kunstschaffenden zu verewigen und seine wichtige Rolle in der Modegeschichte aufzuzeigen.

 

Wie kommt es, dass es bis jetzt noch kein Museum gab, das alleine YSL gewidmet wurde?

Das Pariser Museum wird das erste sein, das einem einzigen Modedesigner gewidmet ist und gleichzeitig in dem ehemaligen Atelier bzw. «dem Zuhause» der Marke beheimatet ist. Wir haben es so gestaltet, dass die enorme Stärke der Marke YSL verdeutlicht wird. Das konnte allerdings nur die Frucht von sehr langer Reflexion sein. Das Projekt wurde von Pierre Bergé-Yves Saint Laurent Foundation iniziiert. Natürlich gibt es viele Saint Laurent Stücke in Museen auf der ganzen Welt. Aber ein Museum dieser Art fordert eben genaues Wissen über die Arbeit des Designers und auch über dessen Arbeitsweise und Gedanken.

Yves Saint Laurent würde wahrscheinlich sehr stolz darauf sein, seine Arbeit in einem Museum wie diesem zu sehen. Aber ich glaube, viel mehr noch würde er wollen, dass seine Entwürfe zum Leben erweckt werden und ihre volle Eleganz in der Bewegung offenbaren. Das ist das Schwierigste Unterfangen in unserer Arbeit : Kleidung, die für lebende Körper gemacht wurden, auf regungslosen Mannequins zu präsentieren
.

 

YSL

Das Museum in der 5 avenue Marceau, Paris

 

Das Archiv der Marke beherbergt 5000 Haute Couture Stücke und 15.000 Accessoires. Wo war diese immense Fülle an Kleidung denn bis jetzt verwahrt?

Ja, wir haben beinahe 35.000 Arbeiten, Textilien, Accessoires, Sketches und Dokumente in unserem Archiv. Diese Idee der peniblen Archivierung geht beinahe schon auf die Anfänge des Maisons zurück. Pierre Bergé und Yves Saint Laurent begannen bereits im Jahr 1964 die Prototypen der Defileen zu konservieren. 1982 veranlasste Yves Saint Laurent selbst, das alle Entwürfe, die er aufbewahren wollte, mit dem Wort “Musée” beschriftet würden. Nach seinem Ableben kümmerte sich die Pierre Bergé – Yves Saint Laurent Foundation um die Organisation und die strikte Archivierung der Textilien, als auch der Skizzen und Dokumentationen zur Entstehung derselben

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. Als das Couture Haus im Jahr 2002 schloss, wurden alle wichtigen Arbeiten aus dem Atelier in einen eigenen Lagerraum gebracht. Das macht den Unterschied zu anderen Modehäusern, die kaum etwas aus ihrem Portfolio aufbewahren.

 

 

Welche Rolle spielte Pierre Bergé in der Planung der beiden Museen?

Man kann sagen, es sind seine Projekte, die aus seinen Ambitionen entstanden. Das garantierte natürlich den Respekt für die Arbeit von YSL und die lebendige Erinnerung an sein Modehaus. Er überwachte beide Projekte und brachte seine Ideen in allen Stadien der Entstehung mit ein : Konstruktion, Aufbau, Szenerien, Multimedia-Angebote, Kataloge oder welche Arbeiten ausgestellt werden.

 

Welche Aufgaben hat ein Director of Collections? Wie sieht ihr typischer Arbeitsalltag aus?

Ich bin stolz darauf, zur Erhaltung dieser wertvollen Objekte beizutragen. In den Museen war es meine Aufgabe, die verschiedenen Teams zu organisieren und auch selbst in ihnen mitzuarbeiten. In meinem ersten Jahr als D.o.C. des Yves Saint Laurent Museums in Paris werde ich großteils mit der Eröffnung, den Sonderausstellungen und dem Editing der Kataloge beschäftigt sein.

 

YSL

©Fondation Pierre-Bergé-Yves-Saint-Laurent

 

Wird es Sonderausstellungen geben?

Im ersten Jahr werden die Ausstellungsstücke rotieren und sich nach sechs Monaten ändern. Beginnend mit Oktober 2018 wird es für vier Monate eine Sonderausstellung geben, sowie neue, permanente Schaustücke. Die erste temporäre Ausstellung wird sich um Saint Laurents Beziehung zu Asien drehen.

 

Wie haben Sie entschieden, welche Stücke in Paris und welche im Museum in Marrakech gezeigt werden ?

Das Museum in Marrakech zeigt einen retrospektiveren Zugang zu YSL. In Paris wollen wir den Prozess der Entstehung seiner Mode erklären und außerdem die Atmosphäre eines Haute Couture Hauses wiederherstellen. Wir wollen den Besuchern seine Arbeit näher bringen und auch das Besondere, das ein Couture Haus zu dieser Zeit ausmachte fühlbar machen. Wir setzen den Fokus auf Stil, Kollektionsentstehung und die Einflüsse von fernen Ländern, Kunst, Literatur und Modegeschichte.

 

 

 Weitere Infos unter fondation-pb-ysl.net.

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