In 7 Düften um die Welt

by divaonline-admin


Einen globalen Parfumgeschmack? Gibt es nicht! Jedes Land hat seine besonderen Vorlieben. Starparfümeur Francis Kurkdjian erzählt von olfaktorischen Sitten und Gebräuchen rund um den Erdball.

Francis Kurkdjian kennt die Geschichte der Düfte wie seine Westentasche. Der französische Parfümeur mit armenischen Wurzeln liebt Europas Duftkultur genauso wie die des Orients. Mit der DIVA begab er sich auf eine duftende Reise um die Welt.

Der Ursprung des Parfums

Parfum kommt ursprünglich aus China, Indien und dem Nahen Osten. Von dort aus breitete es sich nach Italien und Frankreich und schließlich Ende des 18. Jahrhunderts Richtung Norden aus. Damals flüchtete der französische Adel vor der Revolution und ließ sich in Gebieten jenseits der französischen Grenze, von Deutschland bis nach England, nieder
. Ihre Zulieferer, folgten ihnen und praktisch alle Parfümeure haben zu dieser Zeit Frankreich verlassen. Viele gingen nach England und wurden dort vom hiesigen Puritanismus empfangen: Für Frauen galt es als unschicklich, Parfum zu tragen, die Herren hingegen, die zu dieser Zeit auch eine ausgeprägte Barbershop-Kultur pflegten, durften duften. Parfum war also ein Männerthema, was den britischen Duft bis heute prägt. Der Stil ist maskulin und plakativ, und die Düfte sind oft monothematisch, also rund um eine Zutat wie Rose, Lavendel oder Leder, gebaut.

Auch der italienische Stil ist sehr maskulin, aber frisch und aromatisch. Zu den größten italienischen Parfums zählen »Pino Silvestre« und das ikonische »Eau de Cologne« bzw. »Acqua di Colonia«. Es trägt zwar eine deutsche Stadt im Namen, wurde aber von einem Italiener mit italienischen Zutaten entwickelt. Ikonische Produkte wie diese prägen oft den Geschmack eines Landes: Spaniens Duft-DNA definiert sich nahezu vollständig über »Nenuco«. Lange Zeit war es das einzige Parfum, dass die Spanier benutzen konnten, da das Land unter dem Diktator Franco die Grenzen schloss und kaum noch Waren importierte. Es wirkt sehr männlich, ein bisschen seifig und sauber.

Und dann ist da natürlich Frankreich, das Land mit der wohl reichsten Parfumgeschichte. Hier gab es die Rohmaterialien, die Blumen, die Techniken, alles! Dies wurde gepflegt und unterstützt vom Kaiserhaus. Bei französischen Düften geht es immer um die Kunst der Verführung und den Genuss. Wir Franzosen empfinden Parfum als etwas sehr Elaboriertes, Aristokratisches und Teures; nichts, womit man herumspaßt. Wir nehmen es sehr ernst. Düfte sind hochwertige Accessoires und stark mit Mode verbunden.

Orient und Oczident

Im asiatischen Raum ist das ganz anders: In der Geschichte Chinas oder auch Japans findet man außergewöhnliche Parfumkünste, aber nicht, um es am Körper zu tragen, sondern um es in der Luft zu zerstäuben. Es ging eher um Raumdüfte und atmosphärische Gestaltung. Mittlerweile hat Japan eine kleine, feine Parfumindustrie. In China fängt man gerade erst an, sich wieder für Parfums zu interessieren. In der Ära des harten Kommunismus sah man davon ab, welches zu verwenden. Momentan ist die Entwicklung so, dass chinesische Konsumenten Parfums vor allem wegen der Marke kaufen: Bekannte Namen sind ein Statement und bringen Anerkennung, wer erfolgreich ist, freut sich, das auch zeigen zu können. Es geht weniger um den Geruch als um Marken und deren olfaktorischen Wiedererkennungswert.

Im Orient ist die Verwendung von Parfum Teil der kulturellen DNA
. Die dortigen Völker waren anfangs Nomaden. Familien lebten eng nebeneinander, und jede hatte ihren eigenen Duft als eine Art Unterscheidungsmerkmal und Erkennungszeichen

include its less invasive nature. The disadvantages include cialis confirmation that the patient’s cardiovascular.

. Auch heute noch sind Parfums bei Hochzeiten wichtig: In einer Zeremonie tauscht man Parfums aus, mischt und kombiniert sie. Die Menschen des Nahen Ostens sind bekannt dafür, ihre Parfums selbst zu machen, und sie tragen sie schon immer übereinander, weil es Teil ihrer Bildung ist. Spannend ist auch, dass es bei Düften keine Genderregeln gibt. Im Alltag ist die Grenzlinie zwischen Frauen und Männern stark, wenn es aber um Parfum geht, ist das völlig egal: Arabische Männer haben kein Problem damit, einen Duft zu tragen, der ursprünglich für Frauen entworfen wurde. Rosenduft wird als Frische verstanden, und natürlich tragen das auch Männer.

Andere Länder andere Sitten

In den westlichen Ländern, Europa, Südamerika und den USA ist man da deutlich rigider. In Deutschland gab es in den frühen 80ern und 90ern einige Marken, die deutsches Parfum definierten: Joop, Davidoff, Jil Sander, später Hugo Boss. Der Stil ist sauber, aber nicht seifig, sondern eher cremig, gemütlich, weich und rund -eine Mischung aus Blumen, sanften Hölzern wie Sandelholz und Kokos. Auch hier prägten ikonische Produkte wie eine Sonnenmilch, die nach Kokosnuss duftet, und Nivea-Creme die Duftvorlieben, aber lediglich bei den Damen. Für die Herren waren andere Gerüche richtungsweisend. Einerseits Davidoffs Cool Water, extrem frisch; andererseits das originale, violette Joop Homme -vanillig und sehr schwer. Heute zeigen die deutschen Männer ein sehr einzigartiges Verhalten: Sie wechseln zwischen den beiden Extremen -aber zu einem Frauenduft greifen? Undenkbar!

1. Arabien

TAUSENDUNDEINE DUFTZUTAT AUS DEN LÄNDERN DES NAHEN OSTENS. Luxuriöses Rosenöl, Gewürze, Harze, Balsame, Weihrauch und natürlich Oud sind typische Duftzutaten aus den arabischen Ländern. Sie legten auch in Europa den Grundstein für die Entwicklung des Parfums, wie wir es heute kennen. Eine Auswahl dieser Zutaten -genauer gesagt, edelstes Oud, Rose, Pfeffer und Weihrauch – vereinte Parfümeur Carlos Benaïm in seiner neuen Kreation »Dawn«, inspiriert durch die vom Glauben und dem Klima geformte Duftsprache des Nahen Ostens und konzipiert für dessen Duftvorlieben.

2. Deutschland

VON 4711 UND NIVEA ÜBER JOOP UND JIL SANDER ZU COOLEN NISCHENLABELS. Laut Francis Kurkdjian erlebte die deutsche Parfumgeschichte ihren Höhepunkt in den 80ern und 90ern. Aber natürlich tat sich davor auch etwas: 4711 ist jedem ein Begriff. Ein wenig unbekannter ist die seit 1856 existierende Marke J. F

intermediate cardiac risk, as defined in Table V, can be43mg/kg per day of Sildenafil to adult Wistar rats affected the histology of the liver and kidneys. cialis sales.

. Schwarzlose, ein Kosmetik-und Parfumhaus, das 1976 zwar geschlossen, aber 2012 wiederbelebt wurde und heute bemerkenswerte Nischendüfte produziert. Der Duft »Zeitgeist« kombiniert warmen Moschus mit kühlem Calone und entspricht dem, was Kurkdjian als »deutschen Stil« beschreibt.

3. England

BRIT-CHIC BEI PARFUM BEDEUTET MASKULINE KLASSIK MIT EDGE. Der neue Duft der britischen Kultmarke Burberry steht ganz im Zeichen Londons -eine moderne Hommage an die Stadt mit der in London geborenen Cara Delevingne als Muse. Parfümeur Francis Kurkdjian griff die männlichen Aspekte, die den britischen Duftstil prägten, auf und übersetzte sie in eine Millennial-Leichtigkeit: »Tradition und Trends, Altes und Neues, die Gärten und die Architektur, das Männliche und das Weibliche -London ist voller Gegensätze. Das Ergebnis ist ein klarer, frischer Gourmetduft, köstlich und stylish.«

4. Frankreich

VERFÜHRUNG, LUXUS UND GENUSS – DIE FRANZOSEN MÖGEN ES SINNLICH. Zum ersten Mal seit 20 Jahren präsentiert Dior einen komplett neuen Duft -zwar mit einem englischen Namen und der amerikanischen Schauspielerin Jennifer Lawrence als Testimonial, doch im Geruch ist das französische Erbe trotzdem uneingeschränkt spürbar. Hausparfümeur François Demachy, der das Parfum kreierte, beschreibt: »Eine sinnliche Präsenz, eine Umarmung, der man sich gerne hingibt, eine Trunkenheit der Sinne « Durch viele verschiedene Facetten wirkt »Joy« jung und trotzdem sehr erwachsen und weiblich.

5. Italien

AUS DEM LEBEN GEGRIFFEN -ITALIENS DÜFTE RIECHEN AUCH NACH ITALIEN. Mandelgeruch in der Pasticceria, sonnengewärmte Kräuter an der Küste, die Handseife im Bad der Nonna: Der italienische Duftstil ist ehrlich, kraftvoll und klar. Das zelebriert auch das Familienlabel Pro Fumum Roma, dessen Parfums Szenen des (meistens in Italien verorteten) Lebens zitieren. »Manchmal ist ein Geruch bedeutender als ein Foto, um sich zu erinnern« – so erzählt die Kreation » Thundra« von einem Kastanienwald im Piemont mit feucht-würzigen Moosnoten, erdigen Waldund Holzelementen und erfrischender Minze.

6. Japan

VON DER RAUMDUFTKULTUR ZU AUS-GEFEILTEN PARFUMS FÜR DIE HAUT. Parfums aus dem ostasiatischen Raum sind in Europa noch relativ rar gesät und umgekehrt ist der japanische, chinesische und koreanische Markt für hiesige Duftlabels schwer zu erschließen. Zu unterschiedlich sind die Zugänge der Kulturen zu Gerüchen
. Sogar die Körpergerüche unterscheiden sich durch die Ernährung. Trotzdem überwinden manche Marken die kulturelle Hürde, wie die japanische Duftkünstlerin Keiko Mecheri: In ihrem neuesten Duft »Umé« verbindet sie die gleichnamige japanische Pflaume mit Osmanthus, Jasmin und Patschuli.

7. USA

NEUE WELT -NEUER DUFT. DIE AMERIKA-NISCHE COOLNESS-REVOLUTION. Man stelle sich die junge Cindy Crawford zwischen New Yorker Wolkenkratzern vor: disziplinierte Schönheit, unerreichbare weibliche Reize und Fortschritt -ein Sinnbild der typisch amerikanischen Düfte, die ihren Höhepunkt mit dem Nicht-Parfum »CK one« erreichten. Nun machte es sich Calvin Kleins Kreativdirektor Raf Simons zur Aufgabe, der neuen, selbstbewussten amerikanischen Frau ein neues Duftdenkmal zu setzen. »Women« duftet floral-holzig mit dem Aroma von Orangenblütenblättern, Eukalyptuszapfen und Alaska-Zedernholz.

 

You may also like

Leave a Comment