Interior Design von Kenzo Takada

by divaonline-admin

81 Jahre, aber keine Gedanken an den Ruhestand: Modedesigner Kenzō Takada widmet sich mit seinem neuen Projekt K dem Interior Design. Er arbeitet nach der ästhetischen Philosophie Wabi-Sabi und macht somit seine japanischen Wurzeln spürbar.

Kenzō Takada muss man an dieser Stelle nicht mehr groß vorstellen. Als der Designer als einer der ersten Nichtfranzosen Mitte der 1960er-Jahre in die Modemetropole Paris kam, revolutionierte er die Fashion-Welt mit den Einflüssen seiner japanischen Herkunft. Er etablierte sein Modelabel in den folgenden Jahrzehnten als eines der erfolgreichsten weltweit und gab die Rechte dafür in den 1990er-Jahren schließlich offiziell ab
. Geboren wurde Kenzō Takada nordwestlich von Osaka im Jahr 1939. Dafür sieht er nicht nur beneidenswert jugendlich aus -lediglich eine kecke weiße Tolle gibt Hinweis auf sein fortgeschrittenes Alter -, der heute 81-Jährige wird auch nie müde, neue kreative Wege zu gehen. Anfang des Jahres stellte er überraschend sein aktuelles Projekt auf der Messe Maison &Objet in Paris vor: K (ausgesprochen »Kay Three«) ist Kenzō Takadas erste Home-Collection-Linie unter eigenem Namen. Wie in allem, was er tut, sind auch hier seine kulturellen Wurzeln allgegenwärtig. Das beginnt bereits bei den drei Strichen im Logo des neuen Labels -sie sind eine Anlehnung an die japanische Schriftart »Kanji«.

Kirschblüten und Geishas

Um seine Visionen vom Papier in die Realität zu bringen, holte sich der Modedesigner Unterstützung, u. a. von Jonathan Bouchet Manheim, der bereits seit 2013 als Kenzōs Managing Partner fungiert. Engelbert Honorat und Wanda Jelmini arbeiten als Creative Assistant und Designer eng mit ihm zusammen. Die Kollektion aus Kleinmöbeln, Betten, Heimtextilien und Accessoires baut sich rund um drei Themenbereiche auf: Die Linie »Shogun« wirkt maskulin, Schwarz und Weiß dominieren das Farbschema. »Maiko« zeigt sich in leuchtenden Rot-und Pinktönen femininer, goldene Details sorgen zusätzlich für Verspieltheit (in Japan sind sogenannte Maikos junge Geishas in Ausbildung, die vor allem durch ihre bunten Kimonos, ihr weißes Make-up und ihren roten Lippenstift auffallen). Bei »Sakura« geht es um Harmonie und Ruhe, symbolisiert durch subtile Pastelltöne und florale Muster. Rosa und Gelb erinnern an die Kirschblüten, die auf japanisch ebendiesen Namen tragen. Alle Möbelstücke verkörpern die typische, in sich gekehrte Ruhe der japanischen Kultur. Da wäre zum Beispiel ein Tisch mit einem Loch in der Mitte, das mit Wasser befüllt werden kann, Blütenblätter können hier zum Schweben gebracht werden, oder man übt sich in der Kunst des Blumenarrangements, »Ikebana« genannt.

Unperfekte Schönheit

Alle Stücke der Kollektion haben eines gemeinsam: einen goldfarbenen Riss, der sich auf den Labels und manchmal auch gut sichtbar auf den Möbelstücken zeigt. Er ist eine Anlehnung an eine der wichtigsten japanischen Handwerkstechniken. Die sogenannte Kintsugi-Technik ist eine aus dem 15. Jahrhundert stammende Methode, zerbrochene Keramik zu reparieren. Man versucht dabei aber nicht, die Makel der Reparatur zu verbergen, sondern stellt diese durch die Verwendung von Gold-oder Silberpigmenten im Lack sogar in den Vordergrund. Dabei ensteht eine völlig neue Ästhetik, die für mehr Wertschätzung für das ursprüngliche Objekt sorgen soll. Beim Zusammensetzen wird der japanische Lack »Urushi« mit Gold-oder Silberpigmenten vermischt und in mehreren Schichten aufgetragen. Die einst gebrochenen Stücke werden somit wieder nahtlos zusammengefügt, die lebendige Geschichte des Objekts bleibt aber gut sichtbar. Hinter dieser besonderen Wertschätzung des Alters steckt das sogenannte Wabi-Sabi, ein ästhetisches Prinzip, das in Japan einen großen Stellenwert hat. Übersetzt bedeutet es so viel wie »die Schönheit des Unperfekten«. Kleine Makel werden als natürliche Spuren der Zeit angesehen, die es nicht zu retuschieren, sondern wertzuschätzen gilt. Dinge wie Erfahrung, Geschichte und Tradition besitzen somit einen viel höheren Stellenwert als ein neues, makelloses Äußeres.
Die Möbel und Accessoires von K sind natürlich ebenso neuwertig wie makellos. Die Wabi-Sabi- Ästhetik zeigt sich aber in den Textilien, die der Designer ausgewählt hat: Naturseide mit unebener Oberfläche trifft auf grob gewebte Baumwolle

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. Weitere Kollektionen werden vermutlich nicht lange auf sich warten lassen, denn so etwas wie Ruhestand scheint der 81-Jährige gar nicht zu kennen -in Japan gibt es zudem auch gar kein Wort dafür.

Kenzo Home

Kissen aus der Linie »Shogun«. Links: Die Raumaufteilung, die Kenzo Takada für seine Möbel angedacht hat, richten sich nach dem Feng-Shui-Prinzip, das die größtmögliche Harmonie im Wohnbereich schaffen soll.

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