Konstantin Grcic über das Büro von morgen

by divaonline-admin

Als Industriedesigner weiß Konstantin Grcic genau, worauf es bei Büromöbeln ankommt. DIVA WOHNEN plauderte mit ihm über die Herausforderungen des Home Office und Chancen für die Zukunft.

Kompakt, handlich, unkompliziert – das sind die Wörter, die mir einfallen, wenn ich an Ihren Sessel “Rookie” denke, den Sie kürzlich für Vitra designten.

Büroarbeit bildet sich heute in den unterschiedlichsten Situationen ab. Die einen sitzen immer am Schreibtisch, für die anderen ist vielleicht der Rookie eine bessere Lösung, da er keine Sitzmaschine mit allen möglichen Einstellungen ist

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. Das Problem bei diesen Stühlen ist, dass man so viel einstellen kann, dass sie ­eigentlich immer falsch eingestellt sind, sobald verschiedene Leute darauf sitzen. Es passiert also genau das Gegenteil von dem, was der Stuhl eigentlich leisten soll. Bei Rookie kann man die Höhe und den Rückenteil verstellen, er ist drehbar und das war’s. Das sind die wichtigsten Funktionen eines Bürostuhls, mehr braucht er nicht. Er entstand aus dem Gedanken an neue Arbeitsweisen, wenn man keinen eigenen Platz hat und viele Menschen sich einen Platz teilen müssen.

Hat der gute alte Schreibtisch mit dem Foto der Kinder darauf also ausgedient?

Nicht unbedingt. Das, was wir uns heute als Büro der Zukunft vorstellen, wird in fünf Jahren wahrscheinlich wieder erneuert. Große Büros haben natürlich ständig eine Dynamik, sich zu ver­ändern. Bei uns hat beispielsweise jeder zwar seinen eigenen Schreibtisch, es gibt aber auch viele andere Möglichkeiten, wo wir arbeiten können. Mein Schreibtisch ist manchmal so übervoll mit Zeug, dass ich manchmal woanders hingehe, einfach um mehr Platz zu haben. Mein Stuhl ist eigentlich eine Bank, den Komfort von Rookie brauche ich persönlich gar nicht
.

Entstehen Ihre besten Ideen am Schreibtisch?

Die echte Konzentration auf die Arbeit findet im Büro statt und nicht im Flugzeug oder was man immer wieder hört. Ideen entwickeln sich manchmal einfach weiter.

 

 

Stichwort Home Office: Die Arbeitswelt verlagert sich, auch durch die aktuelle Situation, immer mehr in die eigenen vier Wände. Soll uns diese Vision freuen oder ängstigen?

Ich sehe das eigentlich positiv. Meine Vorstellung des Büros ist eine heimelige, wie Sie es nannten. Ich finde aber, die physische Trennung von Zuhause und Büro ist total wichtig. Ich hatte das einmal für kurze Zeit und es funktionierte gar nicht. Von der Einrichtung her finde ich: Büro ist Büro, es braucht eine gewisse Objektivität und Neutralität.

Welche neuen Möbel und Konzepte für die Arbeitswelt sehen Sie für die Zukunft?

Spannend ist das Arbeiten im Stehen. Diese hohen Tische wirken im Büroraum plötzlich sehr groß, da wird also wahrscheinlich wieder an Proportionen ­gearbeitet werden. So etwas stellt uns wieder ganz andere Aufgaben.

Ist der Tisch der neue Sessel?

Ich glaube, das wäre zu flott formuliert. Ein Tisch ist Architektur, gar nicht mehr Möbel, sondern eher ein Raum­konzept, vor allem in so einem Büro. ­Flexibilität ist ein großes Thema gerade. Sobald man Tische zu sehr verkabelt oder sie mit anderer Technik versieht, wird es wieder unflexibler. Das verändert auch die Büroräume. Kleine Teams wachsen innerhalb von Projekten, die Räume ­werden vergrößert oder verlagern sich.

Was verrät Ihr Schreibtisch über Sie?

Dass ich kein Digital Native bin, ­sondern noch der analogen Generation angehöre.

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