Hermès und Nadège Vanhee-Cybulski

by divaonline-admin

Leder, Seiden-Carré, Kelly Bag. Das sind die Begriffe, an die man sofort denkt, wenn das Wort Hermès fällt. Doch Nadège Vanhee-Cybulski, die Chefdesignerin des Hauses, möchte das ändern. Ihr Ziel ist es, dass die Pariser Maison untrennbar mit Mode verbunden wird.

 

Sie ist keine laute Person. Sie ist präsent, aber nicht laut. So wie das Modehaus, das sie im Juli 2014 zur neuen Chefdesignerin für die Damenkollektion ernannt hat. Die Rede ist von Nadège Vanhee-Cybulski. Die Maison, für die sie kürzlich die fünfte Kollektion in Paris präsentierte, heißt übrigens Hermès.

Hèrmes: Ein 180-jähriges Jubiläum

Die Geschichte von Hermès füllt Bücher. Kein Wunder, immerhin feiert das Familienunternehmen im Jahr 2017 sein 180-jähriges Bestehen.

Egal ob es ein handgefertigter Sattel ist, mit dem Firmengründer Thierry Hermès einst seine Karriere in Paris, begann, oder die Kelly Bag, jene Tasche, mit der Grace Kelly als frischgebackene Fürstin Gracia Patricia versuchte, ihr Babybäuchlein vor den Fotografen zu verstecken, oder aber auch der Duft »Kelly Calèche«, der im Jahr 1961 lanciert wurde. Die Kapitel des Erfolgs könnten problemlos in einem derartigen Stakkato weitergeführt werden: Seidentücher, die bei Hermès einfach nur »Carré« heißen, gehören seit dem Jahr 1937 zu den Klassikern des Hauses, die erste Herrenkollektion eröffnete 1976 neue Dimensionen
. Ende der 1980er-Jahre kamen zu den raren Couture- Anfertigungen (die es bereits seit den 1920ern gab) auch regelmäßige Prêt-àporter-Kollektionen für Damen hinzu.

Nadege Vanhee-Cybulski

Der Regenmantel mit einer Trompe-l’Œil-Illusion ist aus dem Jahr 1952.

Kommt Zeit, kommt Mode

Die ersten elf Jahre war Claude Brouet für die Mode verantwortlich, die auf den Laufstegen zu sehen war

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. Die ehemalige Chefredakteurin der französischen Marie Claire hatte ein Designteam, das ihre Ideen zuerst in Schnitte und dann in Stoff verwandelte.

Es folgte die Ära von Martin Margiela, die von 1998 bis 2004 dauern sollte, bevor Jean Paul Gaultier das Zepter übernahm, um es sechs Jahre später an Christophe Lemaire zu übergeben.

 

Ihm folgte Nadège Vanhee-Cybulski, jene Frau, deren Name nur den Eingeweihten des Modezirkels gleich ein Begriff war, obwohl ihre Arbeit schon jede Menge Applaus geerntet hatte. Aber wie gesagt, Nadège Vanhee-Cybulski ist keine laute Frau.

Zielstrebig zäh und unerbittlich

Es häufen sich schon in ihrer kurzen Zeit bei Hermès die Anekdoten, die dies untermauern. Einige davon hat die Modeschöpferin, die in einer kleinen Ortschaft im Norden Frankreichs aufgewachsen ist, an der Royal Academy of Arts in Antwerpen studiert hat, mit einem britischen Künstler verheiratet ist und am liebsten nichts von ihrem Privatleben preisgibt, selbst erzählt: zum Beispiel, dass sie die Wollhosen ihrer ersten Kollektion für Hermès wasserfest haben wollte. Auf die hochgezogenen Augenbrauen des Teams und die spitze Frage nach dem »Warum« antwortete sie mit einem unschlagbaren Argument
. Die Tage in New York können regnerisch sein. Und aus ihrer Erfahrung, die sie in drei langen Jahren im Big Apple gemacht hat, machen nasse Hosen nicht nur der gut betuchten New Yorker Klientel schlechte Laune. Also wurden die Hosen zu einer fürs freie Auge unsichtbaren, aber dennoch höchst innovativen Materialschlacht, die sie auf allen Ebenen gewonnen hat. In einem ihrer seltenen Interviews sagte sie, dass ihre Kollektionen eben auf einen wirklichkeitsnahen Lebensstil ausgerichtet seien, der auch ihrem eigenen entspricht. Sie wolle Frauen nicht in Klischees verwandeln.

Ein Kleidungsstück braucht nicht DREI ÄR-MEL, um experimentell zu sein.
Nadège Vanhee-Cybulski, Designerin

Diskret und feminin

Nadège Vanhee-Cybulski mag es diskret und feminin. Das hat sie schon auf den vorherigen Stufen ihrer Karriereleiter bewiesen
. Sie arbeitete für Martin Margiela, im Team von Phoebe Philo bei Céline, zuletzt hat sie das Designteam von The Row in New York geleitet. Jetzt ist sie in Paris angekommen.

Und ihr Ziel ist es, die Mode von Hermès so relevant zu machen, dass die Frauen ohne sie einfach nicht auskommen wollen. Und damit ist klar, dass das letzte Kapitel der Geschichte von Hermès noch lange nicht geschrieben ist.

Effortless Chic. Die Übersetzung der zeitlosen Eleganz ist in den Kollektionen von Hermès zu finden

 

Facts: Nadège Vanhee- Cybulski

  • Die 38-Jährige mit algerischen Wurzeln wuchs im Norden Frankreichs auf.
  • Ihr Studium schloss sie im Fach Modedesign an der Royal Academy of Arts in Antwerpen im Jahr 2003 ab.
  • Kurz nachdem Martin Margiela seine Karriere bei Hermès beendet hatte (ab März 2017 widmet das MoMu Museum in Antwerpen ihm die Ausstellung »Margiela -The Hermès Years«), fing Nadége ihre bei seinem Maison an, bevor sie zu Céline und The Row weiterzog.
  • Key Pieces ihrer Kollektionen sind Mäntel und Hosen.
  • Sie designt nach dem Motto, dass Mode die Kraft hat, Statements zu setzen und dabei diskret zu bleiben.
  • CEO Pierre-Alexis Dumas gab ihr, bei ihrer Einstellung, eine einzige Vorgabe:  mit solle ihrer Arbeit »angenehm zu überraschen«.
Nadege Vanhee-Cybulski

H/W 2016

Nadège Vanhee-Cybulski hat die DNA von Hermès verinnerlicht und sie auf einen modernen Weg geschickt. Dafür ist sie tief in die Archive vorgedrungen: »Ich wollte mir die Zeit ansehen, als verschiedene Frauen für das Haus designt haben. Es geht darum, eine gewisse Verletzlichkeit oder Femininität in seine Welt zu bringen.«

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