Parfum nach Duftnoten: Patchouli

by Fabian Zerche

Warm, sinnlich und ästhetisch – so wirkt der altbekannte und erst kürzlich wiederentdeckte Duft der Parfümeure, Patchouli. Mit raffinierten Kombinationen entstehen traumhafte Düfte wie Montblanc Explorer oder auch K by Dolce & Gabbana. Nicht immer ist es sinnvoll, den Duft nach Markennamen auszuwählen, oft lohnt es sich eher, das Parfum nach Duftnoten zu suchen. Patchouli ist das Aroma für die Sinnlichkeit, die erdig-holzige Note ist für Frauen und Männer gleichermaßen geeignet, die alten Gerüchte sind längst vergangen.

Warum Patchouli so lange nicht mehr in Mode war

Lange Zeit galt Patchouli als „out“, dem Duft hing ein schlechtes Image nach. Die intensiven erdigen Aromen der Hippie-Ära waren in Verruf geraten, böse Zungen bezeichneten den Duft sogar als Räucherstäbchenstyle. Endlich ist es den Parfümeuren der neuen Zeit gelungen, das Patchouli Parfum wieder salonfähig zu machen.

Heute kommt fast kein namhafter Hersteller mehr ohne einen Hauch von Eleganz, Wärme und Exotik aus, alles Attribute, die perfekt auf Patchouli zutreffen. Hip zu sein, ein Gefühl der Hippie-Zeit zu leben ist nicht mehr altbacken, sondern wieder modern und so reißen sich Frauen und Männer die exotischen Duftnoten aus den Händen.

Glamour pur mit einem Hauch von Frische

Holzige bis erdige, frische Duftnoten von Prada L´Homme haben Patchouli in ihrem Grund, wobei Herz und Kopf von fruchtigen Sorten geprägt werden. Veilchen, Bernstein und Geranium sind die Herznoten, Pfeffer und Neroli Kopfnoten des beliebten Dufts. Er ist ein klares Statement dafür, dass Patchouli wieder in Mode ist und dass auch Männer den modernen Duft wunderbar tragen können.

Erstmals kam Patchouli im 19. Jahrhundert nach Europa, die Pflanze wurde aus Indien importiert. Es dauerte nicht lange, bis aus dem Duft ein Must-Have geworden ist, vor allem die Intellektuellen trugen ihn, ihm wurde eine erotisierende Wirkung nachgesagt. Die Blätter waren schnell als Ursprung des Aromas auserkoren.

Ein besonderes Zusammenspiel fand zwischen Patchouli und Cashmere statt, denn die hochwertigen Schals aus der Edelwolle wurden mit Patchouli bestreut, um lästiges Ungeziefer fernzuhalten. So konnte der Luxusstoff mit seiner sinnlichen Duftnote eine noch stärkere Wirkung erzielen.

Patchouli ist die größte Berühmtheit der Parfümindustrie

Im Jahr 1917 begann Patchouli seinen Siegeszug in Europa, das weltberühmte Parfüm Chypré kam auf den Markt. Das von Coty hergestellte Produkt war ein Meilenstein der Parfümindustrie, es enthielt eine ordentliche Note des erdig-holzigen Aromas und wurde zum Vorreiter der modernen Welt. Später waren es dann auch Parfümeure wie Christian Dior, die sich dieser Duftnote annahmen. Unvergessen ist „Miss Dior“, der Duft von 1947.

Der ungerechte Abstieg des Patchouli

Die Friedensmärsche, Proteste und Festivals wie Woodstock sorgten dafür, dass Patchouli nach den 60-er Jahren seine Beliebtheit verlor. Die Erwähnung der Hippie-Szene machte aus dem einstigen Liebling einen unbeliebten Duft, die wahre Größe von Patchouli wurde nicht mehr erkannt. Viele Parfümeure litten darunter sehr, denn sie waren überzeugt davon, mit dem sinnlich-natürlichen Duft eine der wichtigsten Zutaten für ihre Düfte zu verlieren.

Doch die Menschheit entwickelt sich weiter und mit ihr auch das Bedürfnis, weg von alten Klischees und hin zu neuen Abenteuern zu kommen. Und so ist Patchouli heute wieder ein wertvoller Bestandteil der Parfümindustrie. Grundsätzlich lässt sich das hochwertige Öl durch Dampfdestillation aus den Zweigen oder den Blättern des indischen Patchouli-Strauchs gewinnen.

Die Qualität kann dabei abweichen, in Abhängigkeit zum Ort der Gewinnung und zur Art des Anbaus. Die beste Patchouli-Qualität wird erreicht, wenn das Öl eine leichte Bitterschokolade-Note aufweist. Außerdem ist es bei Patchouli wie bei Wein, je länger das Öl reift, desto intensiver das Aroma.

Je älter desto besser – Patchouli als Luxus

Patchouli und ein guter Rotwein haben viel gemeinsam, vor allem die Eigenschaft, dass eine längere Reifedauer für höhere Qualität sorgt. Je länger das Öl gereift ist, desto begehrter ist es auf dem Markt. Jeder Parfümeur hat allerdings noch einmal seine ganz eigenen Tricks, um ein individuelles Öl zu erschaffen.In der Natur duftet Patchouli nach Wald, Rauch, Erde und Holz, ein bisschen wie feuchte Erde nach einem herrlichen Sommerregen. Der Parfümeur kann diese Molekülstruktur verändern, indem er bestimmte Eigenschaften stärker hervorhebt oder reduziert. Je nach seiner Kunst kann er also Patchouli-Parfüms kreieren, die ganz individuelle und besondere Wirkungsweisen mitbringen.

Dabei ist vor allem die Kombination mit anderen Duftstoffen von hoher Wichtigkeit. Patchouli sorgt für eine intensive Duftnote und hebt die kombiniert verwendeten Herz- und Kopfnoten noch stärker hervor. Holzig, aromatisch, natürlich, fruchtig – all das ist mit Patchouli möglich, wenn der Parfümeur sein Handwerk versteht.Fazit: Patchouli ist ein Dauerbrenner, der nie vergessen wurdeAuch wenn er eine Zeit lang aus der Mode kam, ist Patchouli ein Dauerbrenner, der nach wie vor seinen Zauber entfaltet. Ein hohes Maß an Sinnlichkeit, intensive und lustvolle Düfte und besondere Reinheit versprechen Parfüms, die mit diesem besonderen Öl hergestellt wurden. Dabei kann das Patchouli-Parfüm verschiedenen Duftfamilien zugeordnet werden, Prada L`Homme beispielsweise gehört zu den Duftfamilien Holzig und Chypre, eine Besonderheit, die maskuline Männer in ihrem Charakter unterstreicht.

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