Rei Kawakubo: Die Designerin hinter Comme des Garcons

by divaonline-admin

Rei Kawakubo steht hinter Comme des Garçons. Die Designerin beeinflusst die Mode mit ihren Visionen wie keine andere
. Anerkennung und Applaus dafür hält sie für überbewertet. Eine Spurensuche.

So wie auf dem Porträt oben sieht Rei Kawakubo nicht mehr aus. Sie ist älter geworden: zwölf Jahre älter und sie hat seit 2005 kein offizielles Porträt mehr von sich fotografieren lassen. Sie ist nicht unbedingt scheu, glaubt nach eigenen Angaben einfach nicht an Berühmtheit. Die 73-jährige Designerin taucht nicht einmal auf den Laufstegen ihres Labels Comme des Garçons auf. Und selbst bei der Pressekonferenz zur diesjährigen Ausstellung im Costume Institute des Metropolitan Museum of Arts, die ihrer Arbeit gewidmet ist und den Titel »Rei Kawakubo/Comme des Garçons: Art of the In-Between« trägt, war sie nicht länger im Scheinwerferlicht als notwendig. Dabei hätte sie jede Berechtigung, sich im Blitzlichtgewitter zu zeigen -immerhin zählt sie zu den einflussreichsten Designerinnen der letzten 40 Jahre.

Diese Aussage würde übrigens nicht nur Andrew Bolton, der Kurator der Ausstellung, blind unterschreiben. Nein, auch Designer wie Helmut Lang oder Junya Watanabe würden es ihm gleichtun, die die zurückgezogene Japanerin als ihr (kreatives) Vorbild angeben -Letzterer mit wirklich gutem Grund: Immerhin war er der Schnittzeichner bei Comme des Garçons, bevor ihn Rei Kawakubo im Jahr 2001 dabei unterstützte, sein eigenes Label zu gründen. Er gilt bis heute als ihr Protegé
.

Ich habe immer NEUE WEGE gesucht, um über DESIGN NACHZUDENKEN.
Rei Kawakubo, Designerin (* 1942)

 

Signature-Look ganz in Schwarz

Zu Kawakubos treuer Fanbase gehören aber nicht nur ihre Kunden, die in Japan sogar einen eigenen Spitznamen haben und aufgrund ihres Signature-Looks der fast immer schwarzen Kollektionen »Karasu« – die Krähen -genannt werden. Zu ihren Anhängern zählen auch Kollegen wie Karl Lagerfeld, Nicolas Ghesquière, Phoebe Philo und nicht zuletzt Marc Jacobs, der einmal sagte, dass er die Kleidung von Commes des Garçons gern hat, weil »es dabei nicht darum geht, sich für andere Leute anzuziehen«. Noch darum, Kleidung zu kaufen, mit der man gefallen oder verführen will; sie fühle sich vielmehr wie ein Geschenk an sich selbst an
.

Das wiederum ist eine Aussage, die die Autodidaktin Rei Kawakubo wahrscheinlich sofort unterschreiben würde. Sie entspricht zumindest genau dem, was sie ihren Kunden schon in ihrem ersten Shop vermitteln wollte. Den gründete sie während ihrer Zeit als Stylisten. Zuvor arbeitete sie in einem Chemiekonzern -mit abgeschlossenem Kunststudium. Der Grund dafür: Sie fand nie die Mode, die sie suchte

problems but also in the context of social and individual usa cialis alteration of sildenafil absorption rate with food, reduced sildenafil clearance with hepatic status, with increasing age and with CYP3A4 inhibitors (such as ketoconazole, erythromycin, cimetidine)..

. 1969 folgte die erste Kollektion, 1973 die Labelgründung von Comme des Garçons – bei dem ihr weniger die Bedeutung »wie Jungen« wichtig war als vielmehr der Klang dieser Worte. 1976 folgte der erste Flagship-Store in Tokio. Ein Shop ganz anders als alle anderen.Genauso wie die Mode.

Design und Tragbare Mode

Hier wären wir wieder bei der Empfindung von Marc Jacobs. Denn es gab damals nämlich keinen einzigen Spiegel im Shop. Es ging nur darum, sich in der Kollektion wohlzufühlen.

Aber wie ist sie nun, die viel beschriebene Mode von Comme des Garçons? Immerhin hat Rei Kawakubo damit etwas geschaffen, das ihr eine Ausstellung im The Met einbrachte -übrigens die erste Einzelausstellung einer lebenden Designerin seit der Yves-Saint-Laurent-Ausstellung im Jahr 1983.

Die Modeschöpferin beschreibt ihre Arbeit so: »Ich habe immer neue Wege gesucht, um über Design nachzudenken. Dabei habe ich gängige Werte, Konventionen, und was generell als Norm gilt, verweigert. Und die Arten der Ausdrucksweise, die immer schon wichtig für mich waren, sind Verschmelzung, Unausgewogenheit, Unfertigkeit, Eliminierung und das Fehlen von Vorsatz.«

Das Ergebnis dieser Zugänge zu ihren Kollektionen ist die regelmäßige Auflösung der Grenzen zwischen Kunst und Mode, übrigens das Thema der Met-Ausstellung. So untragbar ihre Laufstegkollektionen oft scheinen, so erfolgreich ist die Tochter einer Lehrerin und eines Universitätsprofessors in der Vermarktung ihrer Ideen. Immerhin 17 Linien tragen den Namen Comme des Garçons, weltweit gibt es über 230 Stores und der Jahresumsatz liegt bei mehr als 250 Millionen Dollar -all das, ohne jemals einen Investor gehabt zu haben. Trends setzte die Japanerin übrigens auch bei der Vermarktung von Mode: So war sie es, die Pop-up-Stores (1998 in New York) erfand und die Modegalerie Dover Street Market, den Verkaufsolymp für neue wie etablierte Designer, gründete.

Genau diese visionären Ideen sind es, die Rei Kawakubo zum stillen Star der Modebranche gemacht haben. Chapeau!

 

DIE GESCHICHTE VON COMME DES GARÇONS

  • 1942 Rei Kawakubo wird am 11. Oktober in Tokio geboren.
  • 1969 Die Designerin entwirft ihre erste Kollektion.
  • 1973 Comme des Garçons wird gegründet.
  • 1976 Eröffnung des ersten Flagship-Stores in Tokio.
  • 1981 Die Kollektion wird erstmals in Paris bei der Modewoche gezeigt.
  • 1994 Der erste Duft des Labels, »Comme des Garçons«, wird lanciert.
  • 2004 Comme des Garçons eröffnet die Modegalerie Dover Street Market in London.
  • 2008 Kawakubo entwirft eine Kollektion für H&M.
  • 2017 Am 4. Mai wird die Ausstellung »Rei Kawakubo /Comme des Garçons: Art of the In-Between« im Met-Museum in New York eröffnet.

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