Rotes Make-up erobert nach Lippen und Wangen auch die Lider

by divaonline-admin


Alle Zeichen auf Rot: Was wäre Make-up ohne Rot? Uninteressant! Die Farbe der Liebe und der Leidenschaft erobert nach Lippen und Wangen nun auch die Lider. Ein Spiel mit dem Feuer entfacht sich.

 

Am ANFANG war das Rot. Es ist die ERSTE FARBE, der der MENSCH einen Namen gab.

Die Farbe Rot zieht sich wie der sprichwörtliche Faden durch die Geschichte des Make-ups. Sie entwickelte sich von der rituell eingesetzten roten Erde steinzeitlicher Körperbemalung zur stärksten und vielfältigsten aller Schminkfarben. Man könnte sagen, dass man nicht mehr als Schwarz und Rot braucht, um ein Gesicht zu gestalten

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. Auch wenn Braun-und Beigetöne manchmal den Blick aufs Wesentliche verstellen: Rot lebt! Und es haucht fahler Haut Leben ein.

Kein Wunder, dass es Rouge und Lippenstift in sämtlichen Rotschattierungen gibt. Dagegen setzte sich rotes Augen-Makeup bislang nicht durch. Auch wenn Visagisten sich immer wieder an karmin-, erdbeerpurpur-, feuer-, scharlach- und bordeauxroten Eyeliner- oder Smokey-Eyes-Kreationen probieren, der große Hype blieb bislang aus

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Rotes Make Up mit Symbolwirkung

Eine Tatsache, die Lucia Pica eventuell ändern könnte. Die italienische Visagistin widmete als Global Creative Director of Make-up and Colour von Chanel der Farbe Rot eine ganze Make-up-Kollektion, die »Le Rouge Collection Nr. 1«. Sie sagt: »Ich bin besessen von der Farbe Rot. In ihr liegt Kraft, Gefühl, Wärme und etwas Verstörendes. Es ist eine Farbe, die gleichzeitig sehr real und radikal ist.« Womit sie zweifellos recht hat. Laut Farbpsychologie steht Rot für alles, was das Blut in Wallungen bringt: Liebe, Leidenschaft, aber auch Hass und Kampf – elementar und körperverbunden. Die Soziologin und Farbtheoretikerin Eva Heller schreibt: »Rot war die erste Farbe, der der Mensch einen Namen gab, die erste Farbbezeichnung in den Sprachen der Welt« – und seit jeher aufgeladen mit symbolischer Bedeutung.

 

In Rot liegt Kraft, Gefühl, Wärme und etwas VER-STÖRENDES. Die Farbe ist sehr real und radikal!

Lucia Pica, CHANEL Global Creative Make-up &Colour Designer

 


In vielen Kulturen galt und gilt Rot als Schutz-und Glücksfarbe, wie in China und Indien. In Europa war sie lange ein Statussymbol der reichen Elite. Der Farbstoff war teuer und daher lange dem Adel vorbehalten. Anderen Ständen war es verboten, rote Kleidung zu tragen, geschweige denn rotes Make-up, denn das war im 18. Jahrhundert besonders in Frankreich ein Standardritual der höfischen Beautyroutine. Besonders beliebt war »spanische Wolle«, ein rot gefärbtes Wolltuch oder rotes Leder. Sie wurden befeuchtet, die Farbstoffe eventuell zusätzlich mit etwas Alaun gelöst und damit Wangen und Lippen gefärbt.

farbe rot

ZARTE RÖTE AM FRANZÖSISCHEN HOF INTIMER BLICK Das Gemälde von François Boucher zeigt Madame de Pompadour (1685-1766), Mätresse von Ludwig VX, an ihrem Ankleidetisch. In ihren Händen: Rougedöschen und Kosmetikpinsel.

Solcher Beliebtheit erfreute sich die Farbe nicht immer. Im Mittelalter wurde sie verteufelt, um Meinung gegen die alten Religionen zu machen. Die geröteten Lider einer Frau reichten aus, um ihr Hexerei nachzusagen, vom roten Haar ganz abgesehen
. Später, im 19. Jahrhundert, geriet das Tragen von rotem Make-up erneut in Verruf. Nur die Damen der Halbwelt, Kurtisanen und Schauspielerinnen erlaubten es sich, zu Rouge und Lippenstift zu greifen. Alle anderen kniffen sich in die Wangen und bissen sich auf die Lippen, um die gewünschte Frische herbeizuzaubern.

Die Situationen, in denen Rot auch auf den Lidern verwendet wurde, sind rar: Auf den Theaterbühnen vollendete ein Tupfer roter Lidschatten als »Augenfeuer« das dramatische, dunkle Make-up. In den mageren Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Lippenstift, damals oft das einzige Schminkutensil, auch zwischen Lidfalte und Augenbraue getupft, um den hageren Gesichtern Frische zu verleihen. Dramatisch wurde es erst in den 80er-Jahren, als man Rot, wie jede andere Farbe, hemmungslos schmierte und puderte.

Auch in Japan findet man rotes Augen-Make-up: In den weißen Gesichtern der Geishas bzw. der Maikos, den Geisha-Schülerinnen, zu deren Ausbildung es gehört, täglich die komplette Schminkzeremonie zu absolvieren. Nach der weißen Grundierung ziehen sie Augen und Augenbrauen schwarz nach und betonen sie dann rot. Jede Form hat eine andere Bedeutung, die allerdings nur Eingeweihte kennen.

rotes make up

Eine Maiko beim Auftragen der Lippenfarbe »Beni« aus Färberdistel. Rechts unten: Inspirationsbild aus Lucia Picas Moodboard für »Le Rouge – Collection N°1« für CHANEL.

 

Natürlich Rot

Ganz anders bei ungeschminkten Gesichtern. Da verrät die Ab- oder Anwesenheit von Röte jedem aufmerksamen Betrachter innerhalb von Sekunden, wie es einem geht. Peinlichkeiten, Scham und Anstrengung machen einen roten Kopf. Dagegen weicht bei einem Schock das Blut in den Körperkern zurück und das Gesicht sieht blass aus. Bleiche Lippen können auf Durst, Hunger oder Übelkeit hindeuten, bläuliche auf Sauerstoffmangel oder eine kältebedingte geringe Durchblutung.

Lippenstift wird dementsprechend oft eingesetzt, um körperliche Zustände nachzuahmen. Wie rosige Lippen die jugendliche Frische suggerieren oder knallrote Münder je nach Farbton ganz archaische Assoziationen wecken. Wie ein nach dem Kampf blutverschmierter Mund oder vom wilden Küssen gerötete Lippen.

Ähnlich ist es mit dem Wangenrot, das ebenfalls unbewusst gedeutet wird. Zarte Röte verbindet man mit Gesundheit und Fruchtbarkeit, eine zu intensive Rötung dagegen mit Fieber.

Gesichter Lesen

Bei den Augen verbindet man Rot eher mit Entzündungen, Allergien, Krankheit und Übermüdung. Die Entscheidung Lucia Picas, bei ihren Entwürfen für Chanel auf roten Lidschatten zu setzen, erscheint da gewagt. Ihr Statement: »In der Unvollkommenheit liegt eine eigene Kraft. Wenn Dinge oder Personen nicht zu perfekt sind, sind sie viel nuancierter. Man muss die Dinge einfach ausprobieren, Regeln brechen und eigene Formeln finden.« Wahrscheinlich ist es diese Gratwanderung zwischen Irritation und Schönheit, die inspirierte Make-up-Artisten immer wieder auf Rot in all seinen Nuancen zurückgreifen lässt
. Das ist gut, auch wenn das Ergebnis nicht immer uneingeschränkt tragbar ist. So gesehen ist die Farbe ein Plädoyer für Mut. Die Welt ist ohnehin schon grau genug.

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