Rudi Gernreich: Der Modevisionnär

by divaonline-admin

Der österreichische Designer Rudi Gernreich erfand den Monokini und war auch sonst seiner Zeit weit voraus. Jetzt feiert seine Bademode ein Comeback -in Österreich und auf der ganzen Welt.

Wenn man heute den Namen Rudi Gernreich hört, dann wird er meistens mit nur einem Kleidungsstück in Verbindung gebracht: dem Monokini, mit dem der Designer einst für Aufsehen sorgte, obwohl weniger als 3 000 Stück davon verkauft wurden. Doch Rudi Gernreich, der im Jahr 1922 in Wien geboren wurde und mit seiner Mutter 1938 im Alter von 16 Jahren nach Los Angeles emigrierte, hat noch viel mehr Visionen (nicht nur) in Mode verwandelt. Das Time Magazine setzte ihn -neben Namen wie Coco Chanel oder Cristóbal Balenciaga -auf die Liste der 100 einflussreichsten Designer. Gernreich war seiner Zeit voraus. Und vielleicht ist der Umstand, dass er seine Entwürfe nicht in einer Modemetropole wie Paris auf die Laufstege brachte, der Grund, warum er jüngeren Generationen kaum mehr ein Begriff ist: Das Amerika der 1950er-und 1960er-Jahre war einfach zu prüde für seine avantgardistischen Visionen.

WENIGER IST MEHR

Nach dem »Topless«-Badeanzug, den er 1964 für Frauen und Männer gleichermaßen kreierte und der als »Monokini« in die Modegeschichte einging, erfand er den »No-Bra-Bra«, einen bügellosen BH aus transparentem Nylon, der die Frauen aus ihren drahtdurchzogenen Korsetts für die Brüste befreien sollte

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. Gernreich nannte die leuchtenden Farbkombinationen seiner Kollektionen »psychedelisch«, lange bevor der Begriff Einzug in die Popkultur hielt. Nicht zu vergessen ist auch der Tanga, ein winziges Stück Stoff, das er 1974 entwarf, um auf ein Nacktbadeverbot zu reagieren, das der Stadtrat von Los Angeles für Venice Beach erlassen hatte. Rudi Gernreich sagte einmal: »Die Befreiung des Körpers wird unsere Gesellschaft von ihrem sexuellen Komplex heilen« – eine Aussage, die im Jahr 2020 nicht weniger Gültigkeit hat als damals und unserem Zeitgeist entspricht.

COMEBACK EINER IKONE

»Wenn man darüber nachdenkt, hat er die Modewelt, wie wir sie heute kennen, mit seinem sozialpolitischen Bewusstsein und Verantwortung vorgeprägt, nicht zuletzt auch Los Angeles
. All das macht ihn heute relevant, und sein Erbe gehört geehrt und darf nicht in Vergessenheit geraten«, sagt der Berliner Entrepreneur und Gründer des heutigen Labels Rudi Gernreich, Matthias Kind. Er erwarb im Jahr 2014 die Markenrechte und erweckte das Label vier Jahre später mit Gernreich– Originalentwürfen (und gemeinsam mit den künstlerischen Leitern Camilla Nickerson und Neville Wakefield) wieder zum Leben.

»Vor 60 Jahren schockte Gernreich Amerika, eigentlich mit allem, was er getan hat. Nackte Brüste, Unisexlooks, durchsichtige BHs und sein kollaborativer Ansatz waren neu für die Modewelt. Sein Verständnis von Freiheit, unabhängig von Hautfarbe, Religion, Geschlecht und sexueller Orientierung, war neu und radikal. Wenn man heute zurückblickt, hat sich hier viel weniger verändert, als man denkt.«, so Kind.

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