Simon Porte Jacquemus: Der Mode-Poet

by divaonline-admin

Wie man Spitzendesigner wird? Durch kreatives Talent natürlich. Aber vor allem durch Wagemut, wie ihn Simon Porte Jacquemus bewies. So unbekümmert, dass man ihn einfach lieben muss!

Bei Jacquemus geht es nicht ums Nachtleben oder Ausgehen, es geht mehr um Früchte, Gemüse und ums Im-Gras-Herumliegen.
Simon Porte Jacquemus, Designer (* 1990)

Oft verspottet, aber bis unter die Haarwurzeln erfüllt mit Idealismus, Inspiration und einem Erfahrungsschatz, der zum Glück (noch) zu klein ist, um sich von der Welt abschrecken zu lassen – genau so sind sie, die jungen Wilden. Und einer von ihnen hat es ganz besonders charmant geschafft, der Fashion Crowd zu zeigen, dass er nicht trotz, sondern wohl gerade wegen seiner jugendlichen Unbekümmertheit an die Spitze der Modeindustrie gekommen ist.
Ohne Abschluss (das Modedesign-Studium in Paris brach er nach nur drei Monaten ab) stolperte Simon Porte Jacquemus als absoluter No-Name-Designer vor rund sieben Jahren durch die Pforte des Modezirkus.

Die ersten Schritte

Eigentlich wollte er nur eine Kollektion für den Andam Award entwerfen. Doch dann fragte sich der damals 20-Jährige, warum er mit seinen Entwürfen eigentlich nicht gleich bei den ganz Großen mitspielen darf. Mit etwas Glück bekam der junge Franzose die Galerie Nikki Diana Marquardt ans Telefon– und damit die wohl wichtigste Chance seiner Karriere: Mit der Unterstützung durch das Künstlerhaus war es jedenfalls nicht mehr unmöglich, 2010 eine eigene Show für die Pariser Fashion-Week auf die Beine zu stellen.
Soließ er, statt professioneller Models (dafür reichte das Budget nicht) Freundinnen und Bekannte über den Runway laufen
. Zwar machten die Mädchen nicht ganz das, was der Jungdesigner wollte; die wackeligen Schritte der unbefangenen Aushilfs­models kamen beim Publikum trotzdem gut an. Übrigens ebenso wie die Idee,
die erste Reihe mit Taschenlampen zu versehen und die Herrschaften einfach selbst beleuchten zu lassen, was sie sehen wollten

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. Denn was es da für einen Augenschmaus zu bewundern gab, hatte ohnehin so viel Strahlkraft, dass es für Jacquemus’ erste Schau auch gar keinen teuren Light-Jockey gebraucht hat.
Ob der zeitgenössisch-modernen, teils architektonisch angehauchten Interpretation klassischer französischer Ästhetik wurde dann auch prompt Beifall von ganz oben geklatscht: Selbst von der Chef­etage der französischen Vogue.

Extravaganz zu humanen Preisen

Eine seltene Ehre. Der nötigen Portion jugendlichem Wagemut war Dank, dass Jacquemus auf den Laufsteg – und der Laufsteg zu ihm – gefunden hatte. Heute belächelt ihn keiner mehr. Wer zu den Stammlieferanten von Online-Retailern wie Net-a-porter und Co gehört, wird selbst dann nicht mehr schief angesehen, wenn er bis heute wildfremde Frauen über Facebook fragt, ob sie nicht als Laufstegmodel für ihn arbeiten wollen. Ob die Mädchen die »richtige« Größe haben oder der Umstand, dass sie vielleicht noch nie etwas mit dem Modeln am Hut hatten, ist dem Fashion-Rebellen dabei einerlei. Jacquemus ist und bleibt unbekümmert.
Ob die extra­vaganten Stücke mit den oft überdimensionierten und asymmetrischen Schnitten und schlichten Farben es bei all diesem Eigensinn auch immer bis zur Alltagstauglichkeit schaffen, mag dahingestellt bleiben. Doch auf einem Punkt legt der Designer Wert es mit der Extra­vaganz nicht zu sehr auf die Spitze zu treiben: Jacquemus’ Preispolitik soll human bleiben. Designt wird dabei übrigens ausschließlich für Frauen – aber das kann sich ja noch ändern.

Die Mutter als größtes Vorbild

Was sich hingegen wohl nie mehr ändern wird, ist die Tatsache, dass Jacquemus seine Entwürfe allesamt dem größten aller seiner modischen Vorbilder widmet, nämlich seiner Mutter, die verstorben ist, als der Designer gerade mal 18 Jahre alt war. Nach eigener Aussage war sie es auch, die ihn den Mut zu Ursprünglichkeit, Unbekümmertheit und Authentizität gelehrt hat – selbst dann, wenn andere diese Eigenschaften verhöhnen mögen. Denn irren, das tun am Ende die anderen. Nämlich all jene, die glauben, dass man nicht einfach in den Modezirkus stolpern, seine Talente zeigen und wie ein Phönix aus der Asche zum Nachwuchs-Wunder werden kann.

Gut gemacht, Jacquemus. Deine Mutter wäre stolz auf dich!

Facts: Jacquemus im modernen Stilrap.

  • Seine Förderin Rei Kawakubo, Designerin von Comme des Garçons, sah seine erste Kollektion in einem Showroom in Tokio und war begeistert. Zwei Saisonen später wurde seine Mode schon für den berühmten Dover Street Market geordert.
  • Sein Ansatz Jacquemus designt vier Kollektionen im Jahr. Was auf dem Laufsteg zu sehen ist, hängt auch in den Stores, es gibt keine Laufsteg-Kollektion. Er sagt: »Ich mag es nicht, Mode zu sehen, die man nicht kaufen kann.«
  • Seine Inspiration Dazu kann man nur eines sagen: Vive la France! Alles aus der französischen Kultur saugt der Designer für seine Entwürfe auf
    . Er liebt vor allem das Lebensgefühl der 1960er- und die Filmstars der 1980er-Jahre sowie die Arbeit von Pablo Picasso, der viele Jahre in Südfrankreich lebte.

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