Sportalm goes Moscow: Interview mit Designerin Ulli Ehrlich

by divaonline-admin


Interview mit Ulli Ehrlich: Das Unternehmen zeigt erstmals in Moskau.

Interview mit Ulli Ehrlich: Das Unternehmen zeigt erstmals in Moskau.

Von Tirol aus erobert ein österreichisches Familienunternehmen ferne Modemärkte. Unser Interview mit Sportalm-Designerin Ulli Ehrlich: Ein Gespräch über die russische Seele, veraltete Klischees und Wodka!

Russland ist ein großer Markt – wie bekommt man als ausländisches Unternehmen überhaupt einen Fuß in die Tür?

In dem man mit einem einzigartigen Produkt überzeugt. Die Russin ist mittlerweile genauso informiert wie die westliche Modeliebhaberin und sucht das Besondere.

 

Was schätzen die russischen KundInnen und KäuferInnen an Mode made in Austria? 

Natürlich die hohe Qualität und die Gewissheit, dass die Wintersportmode auch tatsächlich allen Strapazen standhält, was die Funktionalität oder die Witterung anbelangt.

 

Welche Besonderheiten gibt es dabei etwa in der Interaktion mit den Einkäufern oder generell in Bezug auf die Marktlage?

Unsere russischen Kunden kaufen teilweise schon seit 20 Jahren bei uns ein, da entwickeln sich Freundschaften. Am Anfang erscheinen die Russen eher unzugänglich, wenn man Sie aber einmal „geknackt“ hat, dann bleiben Sie einem treu. So haben wir während der Zeiten der Sanktionen natürlich an Umsatz eingebüßt, aber keinen Kunden verloren. Und jetzt schreiben Sie alle wieder mehr!!!!

 

Welche Parallelen zu der österreichischen Mentalität können Sie bei ihrer Zusammenarbeit sehen?

Auch unsere russischen Kunden schätzen es sehr, dass wir ein Familienbetrieb sind. Sie waren total begeistert, dass die ganze Familie nach Moskau gereist ist, um ihnen die Ehre zu erweisen. Auch für sie macht es einen Unterschied ob Personen hinter der Marke stehen oder ob es ein anonymer Konzern ist.

In Bezug auf das Design – Welche Klischees in Bezug auf die russische KundInnen haben sich bewahrheitet (etwa in Bezug auf Pelz oder den Hang zu etwas mehr Glitzer) und welche haben sich als Vorurteil herausgestellt?

Pelz gehört zu deren Alltag und Glitzer mögen sie auch noch gerne. Aber ansonsten sind sie modisch auf dem neuesten Stand
. Alle großen Designer haben auch Boutiquen in Russland und verkaufen dort die gleiche Mode wie z.B. in Paris. Die russische Frau legt aber generell mehr Wert auf ihr Äußeres. Da hat Mode und Make-up einen viel höheren Stellenwert.

Sind Dirndl denn beispielsweise auch in Russland Thema? 

Überhaupt nicht. Das ist für die Russen kein Thema, nicht einmal als Souvenir.

Gerade politisch betrachtet sind die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen und der EU nicht immer ganz unproblematisch – wie wirkt sich das den Handel und Ihr Geschäft Russland aus? 

Die Zeiten der Sanktionen waren schon hart. Westliche Firmen wurden nachteilig behandelt
. Als wir vor zwei Jahren unseren Shop in St

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) and bleeding time prolongation was seen in rabbits (129% increase for a dose of 1 mg/kg i.(SBP > 180mmHg) viagra without prescription.

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. Petersburg eröffnet haben kam die Ware 3 Monate nicht durch den Zoll. Das war reine Willkür! Die ganze europäische Modebranche hat darunter gelitten, zum Glück hat sich die Situation beruhigt
.

Gerade die ehemaligen Sowjetstaaten sind aktuell sehr in Mode (wie etwa Gosha Rubchinskiy oder Demna Gvasalia spielen mit der Ost-Ästhetik), was halten Sie von diesen Entwürfen? 

Sie bringen eine ganz eigene Ästhetik in die Mode, vielleicht vergleichbar mit dem, was die Asiaten in den 80er Jahren geschafft haben, als sie von Paris aus die Welt erobert haben . Vor allem Demna Gvasalia gelingt es einen völlig neuen Stil zu etablieren, das ist schon sehr beachtlich in der heutigen Zeit, wo man sich meistens mit Reminiszenzen der vergangenen Jahrzehnte begnügt.

 

Werden Sie ebenfalls davon inspiriert bzw. welche Einflüsse nehmen sie mit?

Natürlich beeinflusst uns das auch, vor allem in die Sport Kollektion kann man diese Tendenzen sehr gut einbauen.

 

Diesen Sommer sind mit Bazaar Bizarre auch viele Ethno-Einflüsse dabei – wie ist denn generell das Mischverhältnis zwischen österreichischer Tradition und internationalen Einflüssen?

Die österreichische Tradition beschränkt sich auf die Tracht, das ist international kein Thema, nicht nur in Russland sondern weltweit. Wenn man unter österreichischer Tradition aber auch das gute Handwerk, nachhaltiges Denken und Arbeiten sowie exzellente Qualität versteht, dann ist das sehr wohl ein Verkaufsargument, das weltweit Gewicht hat.

 

Expansion wird Unternehmen oft zum Verhängnis (aktuell etwa Nastygal, die laut Sophia Amoruso zu schnell expandiert haben) – wie findet man bei Sportalm die Balance zwischen gesunden Wachstum und Hype?

Indem wir eigenfinanziert wachsen, keinen Investor im Rücken haben, der uns zu schnellem Wachstum drängt, und bodenständig genug sind, um keine Shops zu eröffnen, die nur dem Image dienen aber keinen Gewinn abwerfen.

 

Wie gehen sie mit Trends wie „see now – buy now“ und den Veränderungen in der Modeindustrie um?

Das ist zwar sehr zu begrüßen aber für die Industrie auch schwer zu realisieren. Wir haben einen langen Vorlauf, weil die Stoffe, die wir kaufen schon eine lange Beschaffungszeit haben. Ich würde mir aber sehr wünschen, dass die Sale-Auswüchse wieder eingedämmt werden. Es ist doch widersinnig, wenn man zum Ausverkauf einlädt obwohl die jeweilige Saison noch gar nicht begonnen hat.

 

Welche Bewegungen sind dabei relevant für Sportalm und welche wird man vorerst nur beobachten?

Wie gesagt, wir brauchen den Vorlauf, die Frage ist nur, ob man der Kundin schon alles zu dem Zeitpunkt zeigt, wo es auch die Händler sehen oder ob man auf der Fashion Week in Berlin vielleicht wirklich die Kollektion zeigt, die auch im Laden hängt.

 

Generell zur FW17/18-Kollektion: Was war die Inspiration dahinter und worauf liegt der Fokus?

Die Saison spiegelt die neue Lust an der Dekoration wider, die wir freudig ausleben. Sei es durch mutige Farben für den Winter, durch interessante Material und Mustermixes und natürlich durch tatsächliche Dekoration in Form von Stickereien, Prints und Badges. Die immerwährende Inspiration für uns ist die eigene Lebensfreude, die wir an unsere „Fans“ weiter geben wollen

 

Sportalm ist mittlerweile in 21 Länder vertreten – wie viele Tage pro Jahr sind Sie auf Reisen und vor Ort?

Ich hab noch nie nachgezählt, bin aber tatsächlich viel unterwegs 🙂

Letzte Frage: Werden erfolgreiche Deals tatsächlich immer noch mit Wodka besiegelt?

Das ist tatsächlich kein Klischee, aber wir feiern gerne mit!!!!

 

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