Vilebrequin wird 5o!

by divaonline-admin

Vilebrequin, die Bademodenmarke aus Saint-Tropez, feiert diesen Sommer ihren 50. Geburtstag -mit einer swingend-fröhlichen Kollektion und Retro-Flair für Groß und Klein. CEO Roland Herlory über den Sommer, wie er früher einmal war – und wieder werden soll.

von Silke Bender

Man schrieb das Jahr 1971, als sich Fred Prysquel, ein Formel-1-Journalist, in eine Frau in Saint-Tropez verliebte und sie mit selbst entworfenen Badeshorts aus bunten afrikanischen Waxstoffen beeindrucken wollte. Er erfand so den Shortie, die Badehose der Neuzeit, eine verkürzte Version der amerikanischen Surfer-Shorts, und ließ die bis dahin unter Männern üblichen Speedo-Slips alt aussehen. Seine Freunde am Strand wollten genau die gleichen – und die internationalen VIPs, die damals Saint-Tropez zum Nabel der Welt machten, sowieso. So gründete Prysquel die Marke Vilebrequin, was auf Deutsch »Kurbelwelle« bedeutet, und ging damit ad hoc in die »Pool Position« unter den Bademodenanbietern. Wo heute der Jetset baden geht, ist eine Vilebrequin-Boutique nie weit. »Es war eine Phase der Unbekümmertheit, der Freiheit und der Emanzipation. Der Mann fing an, lange Haare zu tragen, und leistete es sich, seine Männlichkeit auch mal humorvoll zu brechen. Die Frau fing an, oben ohne zu baden. Sich die Lust am Leben zu erlauben wurde wichtiger, als tradierten Rollenklischees zu entsprechen«, beschreibt CEO Roland Herlory, Jahrgang 1963, den Geist der Marke, den Vilebrequin noch heute zelebriert. Seit 2013 kleidet Vilebrequin nicht nur Väter und Söhne, sondern auch Mütter und Töchter für die Badeferien ein – und die Jubiläumskollektion feiert sie alle zusammen: Familien und Wahlfamilien können sich nun mit den gleichen abstrakten oder psychedelischen Blumenprints auf Shorts, Bikinis oder Badeanzügen modisch zueinander bekennen. Viele Muster atmen den Retro-Flair der 70er, ebenso die luftigen Tuniken und Strandkleider -aber die Trikinis, gewagt geschnittene Zwitter zwischen Ein-und Zweiteiler, haben definitiv das Zeug zum neuen Sommerhit 2021. Da Vilebrequin generationenübergreifende und nachhaltige Bademode macht, die länger halten soll als nur einen Sommer, sind kleine Reparaturen an Innenfutter oder Gummibändern aus Stücken der Geburtstagskollektion ein Leben lang kostenfrei.

Das friedliche, tiefenentspannte Reptil ist die Muse von Vilebrequin. Es findet sich in jeder Saison auf den Badeshorts, den Flipflops oder Strohhüten wieder.

 

ABSTECHER CÔTE D’AZUR
Roland Herlory war noch ein Kind, als seine Familie nach dem Campingurlaub in den Bergen immer einen Abstecher zu einer Freundin der Mutter an die Côte d’Azur unternahm. In den 70ern war er oft am Strand von Saint-Tropez. Seine lebendigsten Erinnerungen? »Die großen Gürtel, die Maman immer um die Taille trug, Jeans-Schlaghosen, der Peugeot 204 , mit dem wir an den Strand fuhren, die Musik von Mungo Jerry und der Popcorn -Song im Radio: Leichtigkeit, Sorglosigkeit und Lebensfreude.« Herlory kann man getrost als Experten für den ewigen Sommer bezeichnen.

Der zerkratzte schwarze Rimowa-Rollkoffer neben ihm im Pariser Büro hat die Welt offensichtlich schon etliche Male umrundet. Gerade kommt er von einem Familientreffen in Metz, seiner Geburtsstadt, in zwei Tagen geht es wieder nach Hause in die Karibik. Er trägt Pferdeschwanz, schwere Bikerboots, ein blaues Hemd von Hermès, eine Vilebrequin-Jeans-Schlaghose, und wäre er nicht so blass, man würde ihn eher für einen alternativen Weltenbummler halten als für einen CEO, der wie kaum ein anderer tief in die Welt des Luxus eingetaucht ist. Sein erster Job führte ihn zu Dior, wo er genau so lange arbeitete, bis er genug Geld für seine erste Weltreise zusammengespart hatte. Dann kam er zu Hermès, wo er 23 Jahre blieb: Erst als Sondergesandter in Sachen Spezialanfertigungen, dann als Shopmanager in seiner karibischen Wahlheimat Saint-Barth, wo er 2012 in den Chefsessel von Vilebrequin gecastet wurde und von wo aus er normalerweise in Flipflops die Geschicke des Unternehmens leitet. Geschlossene Schuhe zu tragen ist für ihn dennoch keine Zumutung: »Ich liebe die Kälte, den Duft der Blätter im Herbstwald. Es war nie mein persönlicher Traum, auf einer Karibikinsel zu leben -ich liebe nur seit über 30 Jahren einen Menschen, den nur dieses Leben glücklich macht. Und mit ihm habe ich gelernt, auch den ewigen Sommer zu schätzen; das tägliche Bad im Meer zur Abendstunde, weil ich mit meiner empfindlichen Haut als Rotblonder die grelle Sonne lieber meide.« Sein persönlicher Luxus? »Wenn ich in drei Tagen wieder zu Hause bin, meine Schuhe ausziehe und den Alizé, den Karibikwind, auf der Haut spüre. Wenn er warm, feucht, salzig, schwer und zart zugleich über die Haut streichelt. Vielleicht ist die absolute Essenz von Luxus ganz immateriell.«

 

Vilebrequin

Dank CEO Roland Herlory kleidet Vilebrequin auch Damen ein. Er ist vermutlich der einzige CEO, der mehr Badeshorts als Anzüge besitzt: Roland Herlory, seit 2012 Chef von Vilebrequin aus Saint-Tropez, lebt auf Saint-Barth in der Karibik, dem anderen französischen Jetset-Spot, von wo er in Flipflops die Geschicke des Unternehmens leitet. Eines seiner ersten Projekte war die Einführung von Damenbademode im Jahr 2013.


vilebrequin.com

 

 

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