Vivienne Westwood und Andreas Kronthaler

Together forever

by divaonline-admin

Ende der 1980er-Jahre haben sich Vivienne Westwood und Andreas Kronthaler kennengelernt -sie Professorin, er ihr Student. Heuer zelebrieren sie 30 Jahre Ehe. Das Modepaar über große Liebe und kleine Schwindeleien.

Text Brigitte R. Winkler

Wenn auf irgendein Paar im Modebusiness das Wort »Together« passt, dann auf Vivienne und Andreas. Kennt man die beiden auch nur ein bisschen, so spürt man in ihrer Gegenwart, wie sehr sie einander mögen, wollen, ergänzen, ja, lieben! Und das nach 30 Jahren Ehe und noch längerer Zusammenarbeit.

»Vivienne ist mein Anker. Sie hilft mir durch ihre unterschiedliche Perspektive extrem.
– Andreas Kronthaler (* 1966) über Vivienne Westwood

 


Begonnen hat alles bekanntlich in Wien. 1989 startete Vivienne Westwood als Professorin für Mode an der jetzigen Universität für angewandte Kunst (damals noch Hochschule genannt) mit dem Unterricht. Spricht man mit ihren damaligen Studentinnen und Studenten, bekommt man immer wieder eines zu hören: Man habe sofort gespürt, bemerkt, gewusst, dass sich da etwas ganz Besonderes zwischen Vivienne und ihrem Studenten aus Fügen im Zillertal abspielte

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. Wie egal können doch 25 Jahre Altersunterschied sein!

Mit der kommenden Herbst / Winter-Kollektion möchte Andreas Kronthaler dem Theater Tribut zollen. viviennewestwood.com

»Ich könnte nicht ohne ihn leben, weder bei der Arbeit noch zu Hause.
– Vivienne Westwood (* 1941) über Ehemann Andreas Kronthaler

Fragt man die Protagonisten, bekommt man die Bestätigung zu hören. Vivienne Westwood: »Ja, Andreas war der Student, der mein Interesse am meisten weckte.« Und das in zweierlei Hinsicht: »Er war der mit dem erstaunlichsten Talent. Abgesehen davon fühlten wir uns sehr voneinander angezogen.«

Andreas Kronthaler: »Ja, es war vom ersten Augenblick an etwas da. Vivienne hat mir in so vielerlei Hinsicht imponiert; ihr Äußeres, und als sie zu reden begann, auch ihr Inneres. Was sie sagte, hätte von mir sein können, aber ich hätte es nicht so formulieren können. Sie konnte in Worte fassen, was in mir schlummerte.« In einem Interview für die deutsche »Welt« schilderte er seine Gedanken, als Westwood das erste Mal die Klasse betrat: »Wow! So jemanden habe ich noch nie gesehen. Die schaut geil aus!«

Das musste doch zu einem Together werden. Wurde es auch -zunächst in puncto Arbeit. Frau Professorin Westwood war von den Ideen des Tirolers und deren Durchführung so angetan, dass sie ihn nach London einlud. Dort lebte Kronthaler zunächst in ihrem Studio, ehe er nach einem halben Jahr in Viviennes Wohnung zog. 1992 wurde dann geheiratet. Kronthaler: »Plötzlich waren wir dauernd zusammen. Es wurde gemeinsam gearbeitet, gegessen, in Ausstellungen, ins Theater und ins Konzert gegangen.«

Vor allem für Letzteres war zunächst Kronthaler der Aktive: »Mir war es von Anfang an wichtig, ins Konzert zu gehen, zumindest einmal im Monat.« Also schaute er sich das Programm an und kaufte für mindestens zwölf Konzerte Karten. Denn: »Wenn man Karten hat, geht man. Sonst versäumt man alles. Und Vivienne hat das auch sehr zu schätzen gelernt.« Wenn die Zeit es nicht zulässt, werden Karten halt verschenkt.

Was das Paar noch zusammenführt, ist das gemeinsame Essen am Abend, das früher immer Vivienne kochte -und das Spazierengehen. Worüber wird dabei geredet? Kronthaler: »Nix Gescheites! Da sind wir total privat. Oft wird gar nix geredet. Sie denkt nach, ich denke nach.«

BERÜHRENDES BEKENNTNIS Und wenn sich in der Zwischenzeit auch einiges an einzelnen Details dieses Togethers geändert hat, an den Wurzeln dafür nicht, ganz im Gegenteil. Andreas Kronthaler: »Vivienne kümmert sich mehr ums Klima, ich um die Mode und ums Haus. Sie deckt mir den Rücken, ich ihr. Wir haben nach wie vor eine wunderbare Zeit. Ich genieße jede Sekunde mit ihr.« Und dann sagt er noch einen berührenden Satz: »Wenn Vivienne für ihre Projekte unterwegs ist und ich am Abend allein zu Hause bin, dann geht sie mir schon ab.«

Vivienne dazu im Buch »Vivienne Westwood« von Ian Kelly (Verlag Eichborn): »Ich bin glücklich, gesegnet -das weiß ich -, jemanden wie Andreas zu haben. In so vieler Hinsicht. Er hätte sich leicht als Designer selbstständig machen können, unabhängig von mir. Aber ich habe solches Glück gehabt, ihn für mich zu gewinnen! Außerdem hat er diese verrückten Ideen, das, was ich mache, noch weiterzutreiben, und das tut mir gut. Andreas ist unglaublich -extrem talentiert. Ich könnte nicht ohne ihn leben, weder bei der Arbeit noch zu Hause.«

Ja, es hat sich einiges verändert. Aber fast alles zum Guten. Ein sehr alltägliches Beispiel dafür schildert Kronthaler: »Vivienne lässt immer wieder ein Kastel offen. Das hat mich früher aufgeregt. Wenn ich es jetzt sehe, lache ich da-rüber.« Und ein kleines Geheimnis gibt er auch preis: »Wenn ich einkaufen gehe und zum Beispiel Karotten in einem Plastiksackerl mitbringe, hole ich das Gemüse aus dem Plastik und stecke es in ein Papiersackerl, damit sich die Vivienne nicht aufregen muss.« Dann kommt er aber sofort wieder zum wesentlich größeren, dem positiven Teil des Zusammenlebens: »Vivienne ist mein Anker. Ich komme ja beim Arbeiten gerne und oft vom Hundertsten ins Tausendste -das kann einen verrückt machen. Da ist Vivienne extrem hilfreich durch ihre so unterschiedliche Perspektive.«

Am Ende jeder Show gehen Vivienne Westwood und Andreas Kronthaler Hand in Hand über den Laufsteg. Dann bekommt sie einen Blumenstrauß und ein Küsschen.

JETZT IST ES OFFIZIELL Seit 2016 wird das Together in der Arbeit auch präzise offenkundig gemacht: Hieß die Hauptlinie des Hauses davor »Vivienne Westwood, Gold Label«, so steht jetzt auf der Einladung zur Modeschau, die in Paris gezeigt wird, und auf den Programmtexten zwar nach wie vor »Vivienne Westwood« mit goldenen Buchstaben -sogar ein bisschen darüber aber steht »Andreas Kronthaler« genauso groß in unübersehbarem Schwarz, und es wird davon jetzt als »Andreas Kronthaler for Vivienne Westwood« gesprochen. Vivienne dazu: »Von Jahr zu Jahr hat Andreas mehr Verantwortung in Sachen Mode übernommen, und ich will, dass sich das in der öffentlichen Wahrnehmung widerspiegelt.« Andreas Kronthaler: »Unsere Zusammenarbeit hat sich im Lauf der Jahre ein bisschen verändert. Vivienne beschäftigt sich mehr und mehr mit ihren Kampagnen für Frieden und Menschenrechte, Umwelt-und Tierschutz, ich kümmere mich mehr um die Mode.« Man arbeitet also nicht mehr auf der Tag-für-Tag-Basis zusammen, aber wenn Andreas ruft, ist Vivienne natürlich zur Stelle. Kronthaler: »Ich habe sie gebeten, ob sie ein paar Teile der kommenden Herbst/Winter-Kollektion mit unserem seit Ewigkeiten gesammelten Christbaumschmuck dekorieren könne. Und -danke, Darling -sie hat es gemacht.«

EINE HOMMAGE AN DAS THEATER Als Programmtitel für diese erste Kollektion mit seinem Namen führte Kronthaler zwei weitere Begriffe zusammen: Aus Sex und Exercise machte er »Sexercise«. Die bereits Anfang März in Paris gezeigte Kollektion für den Herbst nannte er »La Nouvelle Eve«. Gezeigt wurde sie in einem Theater, weil es -laut Programmseite -»ein eleganter Tribut an die Welt des Theaters« war. Dazu Andreas Kronthaler: »Natürlich hat der schreckliche Krieg in der Ukraine auch mich beeinflusst. Das drückt doch sehr aufs Gewissen! Daher haben wir das kleine Theater gewählt, mit einem kurzen Laufsteg, damit die Models sich nicht lang präsentieren mussten. Auch die Musik war so ausgewählt, dass man zum Nachdenken angeregt wurde. Wie politisch Mode sein soll, muss aber jeder für sich entscheiden. Es hat ja jeder auch einen anderen Bezug zu den Vorgängen -Demna Gvasalia von Balenciaga zum Beispiel hat den Zustand in der Ukraine intensiv kommuniziert. Er hat solch grauenhafte Zustände ja mit zwölf Jahren, als er wegen des Putsches aus seinem Heimatland Georgien nach Düsseldorf flüchtete, selbst miterlebt. Das ist ein anderer Ausgangspunkt.«

Nicht nur, aber auch in schwierigen Zeiten wie diesen ist es Vivienne und Andreas wichtig, für die eigene Erholung und Entspannung zu sorgen: Nach den konzentrierten Tagen in Paris ging es direkt nach Tirol. Für eine Woche, mit dem Zug. Auch dort, in bäuerlicher Umgebung, ist das Ehepaar ganz privat -Andreas arbeitet an etwas im Haus, Vivienne liest oder erledigt ihre Artwork. Und natürlich wird auch sehr viel spazieren gegangen. Einfach so, um Natur und Leben zu genießen.

In der Front row Ein Genuss für uns, das Publikum, ist es, bei den Westwood-Kronthaler-Shows die Aktivitäten der beiden zu beobachten. Es kam schon vor, dass Vivienne für Andreas Model spielte und mit den übrigen Models über den Laufsteg paradierte; es kam auch schon vor, dass Vivienne -wie die prominentesten Zuschauerinnen und Zuschauer -in der ersten Reihe saß und das Endergebnis der saisonalen Arbeit ihres Mannes von dort aus genoss. Immer aber schreitet das Ehepaar am Ende jeder Show zur Entgegennahme des Applauses Hand in Hand über den Laufsteg, Andreas überreicht Vivienne zunächst Blumen, dann küssen die beiden einander auch gleich einmal. Togehter Forever!

 

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