Wie nachhaltig ist Schmuck?

by divaonline-admin
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Als Diven lieben wir es, uns zu schmücken, das ist klar. Als moderne Frauen allerdings, beginnen wir zu hinterfragen, wo die edlen Steine überhaupt herkommen, die auf unserer Haut schimmern.

Denn anders als bei Kleidung, kann man das bei Schmuck nicht am Waschzettel ablesen. Wo kommt das Gold her? Unter welchen Bedingungen wird es abgebaut? 100%ige Transparenz hat man als Kunde leider kaum. Ein guter Ansatz wäre weniger zu kaufen und dafür auf hochwertiges zu setzen, das einen ein Leben lang begleitet und wer weiß, vielleicht sogar ein Familienerbstück wird.

Die deutsche Designerin Lilian von Trapp ist eine Vorreiterin in Sachen nachhaltiger Schmuckherstellung. Wir haben mit ihr Klartext gesprochen, über die Schattenseiten der Schmuckbranche, wie man als Kunde eingreifen kann und warum Nachhaltigkeit allein noch kein Kaufgrund ist.

 

 

Schmuckproduktion wird vermutlich nie zu 100 Prozent nachhaltig sein
. Bei welchem
Prozess/Produktionsschritt sollte man beginnen, wenn man umweltschonender produzieren möchte?

Es ist eigentlich alles eine Frage der Einstellung. Wir leben in einer Welt, in der weitestgehend die Nachfrage darüber bestimmt, was möglich ist. Ist für ein nachhaltiges Produkt keine Nachfrage vorhanden, wird die Herstellung oft als unmöglich abgetan, gemeint ist aber in Wirklichkeit „weniger profitabel“. Mein eigener Werdegang als Designerin ist ein gutes Beispiel dafür, dass das so nicht stimmen muss. Ich habe vom ersten Moment an entschieden, nur mit recyceltem Gold und Vintage-Diamanten zu arbeiten und in Europa zu produzieren, obwohl es zu dem Zeitpunkt noch keinen messbaren Bedarf für nachhaltigen Schmuck gab. Das A und O war von Beginn an die hohe Qualität des Schmucks und der Designs. Genau das ist es auch, mit dem meiner Meinung nach jedes neue nachhaltige Label starten sollte. Denn Nachhaltigkeit alleine ist kein Kaufgrund. Wenn man aber seine nachhaltigen Ideen langfristig etablieren möchte, muss man sich in erster Linie darauf konzentrieren, ein einwandfreies Produkt herzustellen.

 

 

Wie transparent kann man nachvollziehen, unter welchen Bedingungen Edelsteine abgebaut werden?

Sogenannte „small scale“ oder „artisanal“ Minen, also kleine Minenorganisationen, die in den oft sehr armen Gegenden um Mineralvorkommen von den Bewohnern selbst betrieben werden, sind ein großes Risiko für Mensch und Umwelt. Sie werden meist unter widrigen Umständen und zu Hungerlöhnen betrieben

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. Durch die fehlende Expertise im Schachtbau und der Sicherheit kommt es regelmäßig zu Todesfällen. Bei Diamanten ist es so, dass die größeren, organisierten Minen einen enormen Schaden an unserer Umwelt verursachen. Durchschnittlich wird etwa ein Karat, die Größe eines mittleren Verlobungsrings, in 20 Tonnen Erde gefunden. Jährlich werden etwa 133 Millionen Karat abgebaut. Aber das Problem bei Edelsteinen ist nicht nur der Abbau. Die rohen Steine müssen noch geschliffen werden, bevor sie ihren Weg in unseren Schmuck finden. Diese Schleifereien befinden sich für die gesamte Schmuckindustrie hauptsächlich in Indien und in China. Dort ist eine Garantie für faire Löhne und Arbeitsbedingungen nicht möglich. Das sind dann die gleichen Edelsteine, die man hier in Deutschland bei den Luxusmarken und Juwelieren bekommt.

 

Nachhaltiger Schmuck aber auch Vintage-Schmuck liegen immer mehr im Trend. Wie siehst du denn die typische Lilian von Trapp Kundin?

Ich sehe auch immer klarer, dass in unserer Gesellschaft ein Umdenken stattfindet
. Meine Kundin ist selbstbewusst, interessiert und meinungsstark. Das Alter spielt dabei überhaupt keine Rolle.

 

 

 

Minimalismus ist für viele das neue, erstrebenswerte Lebensmodell. Wie viele Schmuckstücke sollte eine Frau deiner Meinung nach besitzen? Gibt es etwas wo du sagst, das wäre ein absolutes Basic im Schmuckkästchen?

Jede Frau hat doch zumindest dieses eine Teil, mit dem sie sich einfach wohlfühlt, das ihr Wesen perfekt unterstreicht. Aber wir alle ändern unsere Identität und unsere Vorlieben mit der Zeit. Da ist es ja auch ganz natürlich, dass wir Stücke, die früher mal im Trend lagen, heute nicht mehr tragen möchten. Deswegen liebe ich minimalistischen Schmuck so sehr, weil er gleichzeitig ausdrucksstark sein kann, aber sich trotzdem immer mir und meiner Identität anpasst, statt mir etwas aufzudrücken. Das macht den Schmuck auch langlebiger und nachhaltiger, alleine durch das Design. Und wenn doch mal was dabei ist, das ich nicht mehr trage, kann ich das Gold recyceln. Das kann übrigens jeder, dafür braucht man kein Schmuckdesigner sein. Geht damit einfach zu einem Juwelier!

 

Worauf sollten Kunden achten, wenn sie Schmuck nachhaltiger/umweltschonender kaufen wollen?

Es gibt unzählige Zertifikate von vermeintlich unabhängigen Organisationen, die den fairen Umgang mit Ressourcen und Menschen bescheinigen sollen und vermehrt von Brands eingesetzt werden. Einige dieser Zertifizierungen sind sicherlich in Ordnung, aber Kunden sollten in erster Linie auf die Transparenz einer Marke achten und unbedingt aktiv nachfragen. Wo wird produziert? Woher kommen die Rohstoffe? Wie ist die Situation der Menschen bei den Produktionsstätten? Je öfter wir aktiv nachhaken, desto klarer bekommen die Marken unseren Willen zu spüren.

 

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Kollektion “Odyssey” von Lilian von Trapp

 

Du bist im Beirat des Projekts “Heartbeat Garden” der Earthbeat Foundation, die du mit deinem Label aktiv unterstützt. Kannst du uns mehr über diese Stiftung erzählen?

Die Earthbeat Foundation ist eine wunderbare Organisation. Sie unterstützt Small Scale Minengemeinden in Uganda darin, sich selbst alternative Einkommensquellen zum Goldabbau aufzubauen. Das ist für mich der einzige Weg, denn Gold ist eine endliche Ressource auf der Erde und die Menschen dort machen durch den exzessiven Abbau mit Quecksilber und Zyanid ihre Zukunftsaussichten und Gesundheit zunichte. 30% allen Goldes weltweit wird auf diese Weise abgebaut. Mit unserem Projekt Heartbeat Garden haben wir gemeinsam mit den Minenarbeitern vor Ort ein Permakultur Konzept entwickelt. Wir pflanzen zunächst Vetiver Gras, es befreit die Erde von Quecksilberverunreinigungen und ist eine wertvolle Ressource für die Perfumindustrie. So wird die Erde gereinigt und die Bewohner schaffen sich in kurzer Zeit ein alternatives Einkommen. Danach können auf dem erneuerten Untergrund neue Pflanzen gesät werden, die sich ohne den Einsatz von Düngermittel gegenseitig unterstützen. Kaffee, zum Beispiel, benötigt Schatten und wächst unter Avocadobäumen.

 

 

Ein potenzielles zukünftiges Erbstück wäre definitiv die Kette “The Bar” mit Anhänger aus recyceltem Gold. Sie ist auf 20 Stück limitiert und der Erlös kommt zu 100% dem Heartbeat Garden Projekt zu Gute.

 

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